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Startseite Aktuell Uelzen ist der 46. „frauenORT“ Niedersachsens

Uelzen ist der 46. „frauenORT“ Niedersachsens

Landhandelskauffrau Henriette Praesent

Die Mitglieder der Frauengruppe der Kirchengemeinde Oldenstadt waren schon ganz gespannt und freuten sich über die Einladung der Uelzener Gleichstellungsbeauftragten Tanja Neumann zur Informationsveranstaltung im Uelzener Rathaus am 27. September zum Thema: „Uelzen – 46. frauenORT Niedersachsens“.

Zu Beginn erläuterte sie, dass die bereits seit 2008 bestehende Initiative des Landesfrauenrates „frauenORTE Niedersachsen“ Spuren bedeutender Frauen sichtbar und das Leben und Wirken historischer Frauenpersönlichkeiten in der breiten Öffentlichkeit bekannt machen möchte. Am 17. September wurde nun nach langen Vorarbeiten auch Uelzen als 46. „frauenORT“ in die Liste der gleichnamigen Initiative aufgenommen.

Ein großer Dank ging an die Uelzener Ratsfrau Kristina Nenke, die sich als Initiatorin schon frühzeitig für die Aufnahme Uelzens in die Liste der frauenORTE in Niedersachsen eneingesetzt hatte. Sie ist zugleich im Leitungsteam der Oldenstädter Frauengruppe aktiv und dankte als solche den Organisatorinnen Tanja Neumann und Dr. Christine Böttcher für die freundliche Einladung zur Informations-Veranstaltung mit anschließendem Besuch der Ausstellung „frauenORTE Niedersachsen“ im Uelzener Rathaus.

Die Stadtarchivarin, Dr. Christine Böttcher, beschrieb in ihrem Vortrag anhand vieler Beispiele das familiäre, städtische und politische Umfeld des 19. Jahrhunderts, in dem Henriette Praesent lebte und arbeitete. So war zu erfahren, dass sie nach ihrer Heirat 1803 mit dem Uelzener Landhandels-Unternehmer Joh. Christian Praesent ebenfalls im Landhandel arbeitete und erheblichen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens hatte. Mit der Wahrnehmung von Familienaufgaben und der beruflichen Arbeit war sie den doppelten Belastungen ausgesetzt, die vielen berufstätigen Frauen auch heute noch bekannt sind. Nach dem frühen Tod ihres Mannes 1827 blieb sie alleinige Inhaberin und baute das große Landhandelsunternehmen – bis zu ihrem Tod im Jahr 1856 – weiter aus, so dass das Unternehmen zu einem der größten Landhandelsfirmen der damaligen Zeit aufstieg.

Dass die Erfolgsgeschichte von Henriette Praesent bis in die heutige Zeit interessante, nachhaltige Wirkungen entfaltet hat, zeigte sich nach dem Vortrag in den anschließenden Gesprächen im Rathaussaal. Viele der anwesenden Teilnehmerinnen aus Oldenstadt erinnerten sich an das Landhandels-Unternehmen „Joh. Chrst. Praesent. Wwe“, das bis 1991 in der Gudesstraße 1, mitten in Uelzen, bestanden hat. Und sie kannten auch Namen von anderen Uelzener Frauen, die sich seither in vielfältiger Weise zum Wohl der Stadt engagiert haben und noch engagieren.

Die Veranstaltungen endeten mit dem Rundgang durch die Ausstellung „frauenORTE Niedersachsen – Über 1000 Jahre Frauengeschichte“. Hier werden 35 historische Frauenpersönlichkeiten vorgestellt, die in der Initiative frauenORTE Niedersachsen seit 2008 gewürdigt werden. Die sehenswerte, interessante Ausstellung ist in vier Kategorien gegliedert: „Eroberinnen des politischen Terrains“, „Pionierinnen in Bildung und Beruf“, „Schöpferinnen von Kunst und Kultur“ und „Akteurinnen zwischen den Konfessionen“.

Insgesamt war die Resonanz sehr positiv und die Oldenstädter Frauen waren begeistert von der ermutigenden Veranstaltung, die mit den Vorträgen und der Ausstellung „frauenORTE“ die vielfältige und umfangreiche Bandbreite von gelebter Frauen-Power öffentlich sichtbar gemacht hat.

Anne Schorling
 

 

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Donnerstag, 21. Oktober 2021
Rut sprach: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
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