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Ev.-luth. Kirchengemeinde Lehmke-Wieren


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Gottesdienst

Bis einschließlich 19. April fallen alle Gottesdienste und Veranstaltungen aus!

Unsere Glocken sollen ein täglicher Begleiter in Zeiten der Isolation sein. Deshalb werden von nun an jeden Abend um 19.00 Uhr für 5 Minuten die Glocken unserer Kirchen läuten. Wie wäre es mit einem Ritual: eine Kerze anzünden, Innehalten, Zeit für ein Gebet oder Liedvers, Denken an Betroffene.

Anstelle eines Gottesdienstes stellen wir hier für jeden Sonntag ein "Geistliches Wort" ein und läuten um 9.30 Uhr die Glocken in der Kirche, in der Gottesdienst gewesen wäre.

 

Geistliches Wort für den Sonntag Judika, 29. März 2020

„… und raus bist du!“ Kennen Sie diese Zeile noch von früher?

Raus war, wer beim Völkerball abgeworfen wurde und ins hintere Feld wechseln musste. Raus war auch, wer die falsche Kleidung trug, weil die Eltern nichts anderes erlaubten oder sich leisten konnten – während alle andern durften…

Ich bin raus, ich gehöre nicht dazu, und ich kann nichts daran machen – was Jugendliche bis heute erleben, kennen auch wir Erwachsenen und haben es nicht vergessen. Draußen sein oder drinnen sein. Ausgeschlossen sein oder dazu gehören – dieses Muster bestimmt das Leben von Menschen jeder Altersgruppe. Es ist uns wichtig, wo wir stehen.

Im Moment jedoch sind wir alle draußen. Raus aus unserem Alltag mit seinen vielen gewohnten Kontakten und Gesprächen. Raus aus der Gemeinschaft am Arbeitsplatz und in der Schulklasse, aus dem Fußballtraining und der Chorprobe. Drinnen ist das neue Draußen.

Draußen oder drinnen – darum geht es im Predigttext für diesen Sonntag. Er steht im Hebräerbrief im 13. Kapitel: Jesus hat, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Draußen vor dem Tor wird Jesus gekreuzigt. Gute, ‚normale‘ Bürger sterben innerhalb der Stadt in ihrem Zuhause, im Kreise ihrer Familie. Draußen sterben die Verbrecher. In ihren letzten qualvollen Stunden am Kreuz bleiben sie allein. Auch Jesus. Er stirbt dort draußen einen schmachvollen, einsamen Tod. Er gehört nicht mehr dazu, er ist raus.

So lasst uns nun zu ihm hinausgehen und seine Schmach tragen. Das ist eine harte Forderung: Raus aus dem Gewohnten, dahin, wo es weh tut und wo nichts mehr selbstverständlich ist. Vielleicht hat der Schreiber des Hebräerbriefs es selbst erlebt: Christus komme ich dort besonders nahe, wo ich meinen gewohnten Alltag verlasse. Da, wo ich vor Aufgaben stehe, die ich nicht lösen kann, wo ich nicht mehr selbst bestimmen kann, genau da ist Christus mit mir verbunden.

Rausgehen aus der gewohnten Sicherheit, hin zu dem Gekreuzigten und seine Schmach tragen: diese Zumutung nehmen die wenigsten Menschen auf sich. Aber jetzt ist alles anders. Nun sind wir alle draußen, herausgeholt aus dem normalen Leben. Hineingestellt in eine Situation, die Gefahr birgt, der wir nichts entgegenzusetzen haben. Auf einmal ist das Leiden da, wo wir sind. Wir sind nicht mehr die distanzierten Zuschauer, die das alles nur von ferne „schrecklich“ finden. Wir sind mittendrin, in einer unübersehbaren Entwicklung, in der sich die Ereignisse überschlagen. Alle gewohnte Sicherheit gleitet uns wie Sand unter den Füßen fort.

Gibt es Hoffnung? Wird das mal wieder anders? – Der Schreiber des Hebräerbriefs stellt uns ein Bild vor Augen: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Das ist ein weit gespannter Hoffnungsbogen. Drinnen oder Draußen, diese Unterschiede werden einmal aufgehoben sein. Christi Leiden und Sterben am Kreuz ist nicht das Ende. Er ist auferstanden am dritten Tag. Wir sind durch die Taufe mit ihm verbunden, im Leiden, im Sterben und in der Auferstehung. Einmal wird es wieder anders werden. Wir werden aufstehen aus dieser Situation. Wir werden uns wieder frei begegnen können ohne Angst vor Ansteckung und Krankheit. – Und die zukünftige Stadt Gottes? An die können wir nur in Bildern und Träumen denken. Einen Abglanz von ihr erfahren wir jedoch schon hier. Dort, wo wir einander helfen und beistehen. Wo wir uns im Gebet verbunden wissen. Wo wir Trost geben und empfangen. Lassen Sie uns mit dieser Hoffnung weitergehen durch diese besondere Passionszeit.

Ihre Pastorin Dr. Dorothea Mecking                                                                                                                      

   

 

Tageslosung

Dienstag, 31. März 2020
Jene, die fern sind, werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.
Durch Jesus Christus werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.



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