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Startseite Wort zum Sonntag

„Ich bin bei dir!“

Wort zum Sonntag, 20.09.2020 (15. So. n. Trinitatis)

Elende Zustände im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos, Küken-Schreddern, Mikroplastik im Duschgel ... „Eigentlich müsste man doch irgendetwas tun“, denke ich, während die Nachrichten wieder einmal vor meinen Augen aufzählen, was es alles an Problemen auf der Welt gibt. Und was gäbe es nicht schon alles an Kleinigkeiten in meinem eigenen Haus zu tun: Endlich mal wieder mit frischem Gemüse zu kochen, den Keller aufzuräumen oder einfach Zeit mit der Familie zu verbringen, ohne zwischendrin aufs Smartphone gucken zu müssen.

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Tausend Dank

Wort zum Sonntag, 13.09.2020 (14. So. nach Trinitatis)

Die Geschichte ist schnell erzählt: Zehn Leprakranke bitten Jesus darum, geheilt zu werden. Und als er sie zu den Priestern schickt, die ihre Genesung bezeugen sollen, sind sie mit einem Mal gesund. Doch nur einer von ihnen kehrt zurück, um dem Heiland zu danken. Nur einer von zehn nimmt das, was er erlebt hat, nicht für selbstverständlich.

Was ist mit den Anderen? Vielleicht sind sie zu aufgewühlt, um sich gut zu benehmen. Vielleicht haben sie so fest mit der Heilung gerechnet, dass sie am Ende glaubten, ein Anrecht darauf zu haben.

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Hochmut – Demut

Wort zum Sonntag, 06.09.2020 (13. So. n. Trinitatis)

Stolz wie Bolle war ich, als ich in der 6. Klasse ins Leichtathletikteam kam. Ich war halt etwas schneller gewachsen als die anderen. Stolz auf eine echte eigene Leistung war also nicht angebracht. Was kann man schon dafür, wie oder auch wo man geboren ist? Der Stolz auf eigene Herkunft, Nationalität, auf Bildung oder vieles andere ist ein Hochmut, der unglaublich viele Menschen dazu bringt, sich selbst mehr Wert als anderen einzuräumen. Verrückt, oder?

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Öffne mir doch bitte eine Tür!

Wort zum Sonntag, 30.08.2020 (12. So. n. Trinitatis)

In Los Angeles verschwimmen die Übergänge zwischen realer Stadt, Traumwelt und Filmkulisse. Manchmal bleibt man stehen und fragt sich, ob das, was man sieht, echt ist oder eine Filmszene gedreht wird. Hin und wieder hat man den Eindruck, man sei schon einmal hier gewesen, weil einem Sehenswürdigkeiten so vertraut erscheinen, wie etwa das Griffith Observatory, das manch einer aus den Filmen „Transformers“ und „Terminator“ kennt. Oder man fühlt sich an eine Szene aus den „Drei Fragezeichen“ erinnert, die ihre Fälle in der fiktiven Küstenstadt Rocky Beach (bei Los Angeles) lösen.

Wie schön wäre doch eine Postkarte aus Los Angeles mit Sonnenuntergang und Liebeserklärung. In seinem Song „Picture Postcards from L. A.“ wünscht sich Joshua Kadison so einen Gruß von Rachel, einer jungen Frau mit großen Träumen:

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Demut

Wort zum Sonntag, 23.08.2020 (11. So. n. Trinitatis)

„So kommst du nicht nach Japan!“, sage ich zu meiner Tochter als sie ohne zu fragen vom Esstisch aufsteht. Es funktioniert und der neunjährige Japanfan setzt sich wieder hin, schließlich ist Höflichkeit und Rücksicht dort eine unverzichtbare Tugend. Auch das Verbeugen übt sie natürlich. Nun will ich zwar nicht die Zeit von Kratzefuß und Hofknicks zurück, aber ein bisschen Selbstbeschränkung zum Wohl der anderen finde ich nicht verkehrt.

Nun kann man ja auf beiden Seiten vom Pferd fallen und lange Zeit wurde die Bibel dazu benutzt, Menschen klein zu machen. So klingt zunächst auch der Bibelvers für diesen Sonntag: „Alle aber miteinander bekleidet euch mit Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“

So redet heute kein Mensch mehr und das ist vielleicht auch gut so, doch dass Gott kein Freund von Platz-da-hier-komm-ich-Gehabe ist gefällt mir. Ich glaube, dass Gott selbst eher still und unauffällig in unserer Welt da ist. Und wenn wir füreinander Platz machen, hat möglicherweise auch Gott die Chance unter uns einen Fuß auf den Boden zu bekommen.

Heute sprechen wir lieber von Achtung und Respekt füreinander. Demut meint aber auch in der Bibel nicht die Haltung eines vorbildlichen Dienstmädchens, sondern die Einsicht in die menschliche Begrenztheit. Ich bin angewiesen auf andere Menschen und auf Gott. Ich bin sogar abhängig von der Liebe, der Arbeit und der Freundlichkeit anderer Menschen und von Gottes Liebe, Arbeit und Freundlichkeit auch.

Klar hätte ich nichts dagegen, eine tolle Superheldin zu sein und an die eigenen Grenzen zu stoßen tut weh. Doch viel beeindruckender als tönende Angeber sind doch Leute, die ihre eigene Begrenztheit kennen und ehrlich Hilfe und Rat von anderen annehmen können. Leute, die wegen ihrer eigenen Fehler mit anderen fehlerfreundlich umgehen. Leute, die Dankbarkeit ausstrahlen gegenüber der Welt und Gott. Die Bibel würde sie demütig nennen.

Pastorin Friederike Holtz,
Ev.-luth. Kirchengemeinde Wriedel

 


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Tageslosung

Samstag, 19. September 2020
Gott ist weise und mächtig; wer stellte sich ihm entgegen und blieb unversehrt?
Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug.


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