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Startseite Wort zum Sonntag

Jenseits der Steine: Das Leben geht weiter

Oster-Erfahrungen damals und heute

(I) Es ist früh. Noch ist die Sonne nicht aufgegangen. Aber sie sind schon auf den Beinen. Huschen durch die dunklen Straßen. Schweigend. Traurig. Es ist nicht weit bis zu dem Garten, in dem das Felsengrab liegt. Sein Grab. Grausam wurde er hingerichtet. Am Kreuz. Sie waren bis zum Ende an seiner Seite. Auch wenn’s kaum auszuhalten war.

Drei Tage ist das nun her. Und noch immer können sie es nicht fassen. Sie laufen weiter. Irgendwo in der Ferne bellt ein Hund. Maria trägt das kostbare Öl. Damit wollen sie ihn salben, ihn ein letztes Mal umsorgen. Und dann Abschied nehmen. Endgültig.

Plötzlich zögern sie. Halten inne, schauen sich an. „Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“ Daran haben sie nicht gedacht. Das schaffen sie niemals allein: Den großen Felsbrocken wegrollen, der sein Grab verschließt. Was nun? Umkehren? Es einfach sein lassen? Aufgeben? Weitergehen macht doch eh keinen Sinn.

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Mehr als blühende Narzissen

Osterbotschaft von Landesbischof Ralf Meister

Der Tod hat nicht das letzte Wort. Deshalb feiern wir Ostern. Es bleibt die Frage, wie unser Leben ohne den Schrecken des Todes aussehen soll. Der Tod wird in der Osterbotschaft ja nicht verneint oder für ungültig erklärt. „Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier“, sagt der Engel zu den Frauen, die an das Grab Jesu kamen (Markus 16,6).

Der Tod bleibt real. Für die Frauen damals. Und für uns. Er baut sich unser Leben lang mächtig vor uns auf. Er will alles beherrschen mit Gedanken, die er uns beständig einflüstert: „Du lebst nur einmal.“ – „Nach deinem Leben kommt nichts.“ – „Was du nicht hier gehabt, erlebt und gehortet hast, wird dir für immer verloren bleiben.“ – „Diese Jahre sind deine letzte Gelegenheit.“ Das sind die Argumente des Todes. Darin ist er verführerisch und stellt unsere Seele auf die Probe. Er will beweisen, dass Ostern nichts als eine schöne Illusion ist.

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Kreuze auf unserem Weg

Wort zum Karfreitag, 19.04.2019

Am Rand der Landstraße steht ein kleines Kreuz. Ein Name ist darauf geschrieben, Blumen schmücken es. Oft fahre ich daran vorüber. Jedes Mal ein kurzes Erschrecken, ein Hindenken zu den Angehörigen, die dieses Kreuz aufgestellt haben. Ein Autounfall, ein plötzlicher Tod, der alles verändert hat. Daran soll erinnert werden mit diesem Kreuz: an diesen Tod, an die Trauer und den Verlust eines jungen Menschen. Das bleibt im Gedächtnis der Seelen derer, die mit diesem Tod leben müssen.

Im Vorbeifahren denke ich in diesen Tagen auch an das andere Kreuz, das Kreuz auf Golgatha, draußen vor der Stadt Jerusalem. Unübersehbar war es für die Menschen, die dort vorübergingen. Die hinsahen oder wegschauten, je nachdem. Die den Mann am Kreuz verspotteten oder um ihn weinten.

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Ein Haus aus Licht

Wort zum Sonntag, 14.04.2019 (6. So. d. Passionszeit / Palmsonntag)

Es rauscht und schäumt. Am frühen Morgen sind die Wellen klein und schwach, haben noch nicht die Wucht, die sie mitten am Tag haben werden. Möwen gleiten durch den frischen Wind, um mit schnarrenden Lauten auf einer Veranda zu landen. Unzählige Gestalten stehen verteilt am Strand: eine Gestalt mit Füßen im Wasser, eine andere auf dem Dach einer Hütte, die von der Rettungsgesellschaft aufgestellt wurde. Dunkle Gestalten, wie Skulpturen stehen sie da, nur ihre schwarzen Mäntel wiegen sich im Wind. Sie schauen in das aufgehende Licht, das sich hinter den Hügeln erhebt. Sie bleiben anbetend stehen und schließen die Augen, bis sie gänzlich ins Sonnenlicht getaucht sind.

„Stadt der Engel“ mit Meg Ryan und Nicolas Cage hat mit diesem Motiv auf Plakaten geworben. Engel: stumm und unsichtbar, nur für den Zuschauer als dunkle Wesen sichtbar. Noch vor Sonnenaufgang stehen sie andächtig da und erwarten das Licht.

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Du oder ich?

Wort zum Sonntag, 07.04.2019 (5. So. d. Passionszeit / Judika)

Peters Ruhestand hatte gerade angefangen, da wurde seine Mutter zum Pflegefall. Jetzt war es aus mit der Ruhe. Morgens waschen, dann Einkaufen, den Garten pflegen, Mittagessen anreichen, abends zu Bett bringen, jeden Tag. Und dann noch all die Arztbesuche. Seine Jahrgänger erzählten von ihren Reisen. Peter musste sich um Mutter kümmern. Dann starb Mutti. Wer fährt nun mit ihm zum Arzt?

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Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!
Psalm 34,15

Tageslosung

Sonntag, 21. April 2019
Osterfest
Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: Was machst du?
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.


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