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Musik: die köstliche Gabe Gottes

Wort zum Sonntag, 18.06.2017 (1. So. n. Trinitatis)

Wem im Jahr 2017 der Name Martin Luther begegnet, denkt in diesem Jahr vermutlich zuerst an den Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 in Wittenberg. Aber über den Mann, der in Eisleben geboren wurde, gibt es ja noch viel mehr in Erinnerung behalten: Er hat die Bibel ins Deutsche übersetzt und damit die moderne deutsche Sprache wie kein anderer geprägt. Er ist den damaligen Autoritäten gegenüber unerschrocken für die (Gewissens-) Freiheit des Einzelnen eingetreten. Und er hat der Musik eine große Bedeutung zugemessen.

Luther selbst war – so ist überliefert – ein geübter Sänger und Lautenspieler. Deshalb nannte ihn der Nürnberger Meistersinger Hans Sachs „die Wittenbergische Nachtigall“. Luther hat im Stil seiner Zeit komponiert und Liedertexte verfasst. Insgesamt 43 Lieder stammen aus seiner Feder, davon 37 Kirchenlieder. Ihm verdanken wir das schöne Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, aber auch „Verleih uns Frieden gnädiglich“ und – wie Heinrich Heine treffend sagte – die Marseillaise des Protestantismus: „Ein feste Burg ist unser Gott“. Für Luther gehört die Musik zu den segensreichsten Gaben Gottes, ja, er kann sie sogar als „Heil bringende und fröhliche Kreatur“ bezeichnen.

Eine ausnehmend wichtige Rolle spielt die Musik für ihn im Gottesdienst. Dort ist sie neben dem gesprochenen Wort eine eigenständige Form der Verkündigung: „So predigt Gott das Evangelium auch durch die Musik,“ ist der Reformator überzeugt. Welch eine hohe Wertschätzung der Musik und des Gesangs spricht aus diesen Worten! Die christliche Botschaft ist auf vielerlei Weise zu verkündigen, auch mit den Mitteln der Musik. In Lob- und Dankliedern, in Orgel- und Posaunenstücken, in Bandgrooves und Gospels, in Raps und so weiter wird das Evangelium vielstimmig zum Ausdruck gebracht.

Luther hat die Möglichkeiten und Chancen der Universalsprache Musik wie kaum ein anderer seiner Zeit erkannt und sich für die Verbreitung seiner Ideen zu Nutze gemacht. Ohne das spezielle Verständnis der Musik und ihrer Bewertung durch ihn hätte es – zumindest in der Weise – keinen Heinrich Schütz, keinen Johann Sebastian Bach, keine Posaunenchöre, keine Chorbewegung, keinen professionellen Kirchenmusikerberuf und auch keine christliche Popularmusik gegeben.

Noch ein halbes Jahrtausend nach Martin Luther sind wir gut beraten, uns – gerade auch im Hinblick auf die Musik – immer wieder auf ihn zu besinnen und zu beziehen. Bis heute und vielleicht gerade heute ist die Kirchenmusik „ein Fenster zum Glauben“, wie der ehemalige badische Landesbischof Ulrich Fischer sagt. Dieses Fenster steht gerade auch für die Menschen offen, die auf andere Weise keinen Zugang zu Kirche und Glauben haben. Halten wir dieses Fenster weit, ganz weit offen! Und lassen wir uns selbst immer wieder erfreuen, trösten, vielleicht ja auch einmal mitreißen durch die Musik, diese köstliche Gabe Gottes.

Pastor Armin Sauer
Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Petri Uelzen

 

Jahreslosung 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Hesekiel 36,26

Tageslosung

Sonntag, 20. August 2017
10. Sonntag nach Trinitatis (Israelsonntag)
Die den HERRN lieb haben sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht!
Ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.

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