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Luther und die Gesundheit

Wort zum Sonntag, 06.08.2017 (8. So. n. Trinitatis)

Auf der Suche nach dem ewigen Seelenheil hat Luther sich als Mönch „fast zu Todt gefastet“ und „dem Körper mehr Last auferlegt als er ohne Gefahr für die Gesundheit ertragen konnte“. Vielleicht waren dadurch einige seiner vielen Krankheiten vorprogrammiert. Als er 1517 beim Studium der Bibel entdeckte, dass die Hoffnung auf das ewige Leben allein in Gottes Gnade und nicht im menschlichen Abmühen begründet ist, wurde er zum rastlosen Motor der Reformation. Dabei ließ er es sich nicht nur bei den legendären Tischgesprächen gern und reichlich schmecken. Die vielfältigen Signale seines Körpers tat er als Störmanöver des Teufels ab und schlug die ärztlichen Empfehlungen zu Mäßigung, gesünderem Essen und mehr Bewegung in den Wind. So verwundert es nicht, dass bei all den Dauerbelastungen und Konflikten, womit er sich ständig herumschlug, der umtriebige Manager der Reformation mit 63 Jahren einem Herzinfarkt erlag.

Als  Seelsorgerin in einer Herz- und Gefäßklinik begegne ich oft ähnlichen Krankheitsgeschichten: Manche haben keine Kosten und Mühen für ewige Jugend und Gesundheit gescheut. Sie sind dabei Versprechungen gefolgt, von denen große Zweige der Gesundheitsindustrie – wie im Mittelalter der Ablasshandel – blühen. Da erscheint es dann völlig ungerecht, wenn Krankheit und Tod ins Leben einbrechen.

Andere haben Raubbau mit ihrer Gesundheit getrieben. Viele fühlen sich auch einfach für alles verantwortlich: im Beruf wie auch in der Familie, für zu pflegende Angehörige usw. Sie sind immer da, wenn jemand gebraucht wird, und kommen dabei nie zur Ruhe. Die Signale ihres Körpers und ihrer Seele nehmen sie irgendwann nicht mehr wahr. Ihre  Erkrankung erleben sie dann oft als ärgerliche Störung, die es  schnell zu reparieren gilt.

Immer wieder gewinnen Menschen bei der Verarbeitung einer Erkrankung, eines Schicksalschlages oder einer anderen Krise aber auch sehr reformatorische, ihre Lebenseinstellung positiv verändernde Einsichten: Ich muss ja nicht perfekt sein oder diesem oder jenem Ideal um jeden Preis nachjagen. Ich habe Verantwortung für andere und auch für mein Leben. Aber ich kann auch vertrauen: Letztlich liegen Heil und Leben bei dem, der auch das Unvollkommene und Nichtperfekte bei mir und anderen – wie auch bei Luther – gnädig ansieht.

Pastorin Birgit Hagen
Klinikseelsorgerin im HGZ Bad Bevensen

 

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