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Brot des Lebens

Wort zum Sonntag, 13.08.2017 (9. So. n. Trinitatis)

„Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern;
und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten“.
(Johannes 6, 35)

Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Jahr habe ich außerhalb Deutschlands Urlaub gemacht und das deutsche Brot vermisst: Immer nur Weißbrot! Sehnsüchtig fiel mir unsere deutsche Vielfalt ein: Schwarzbrot, Roggenbrot, Haferbrot und Dinkelbrot, man könnte die Aufzählung noch fortführen.

Allerdings, auch das beste Brot macht nur für einige Zeit satt, dann meldet sich der Hunger wieder zurück. Und – geht es in dem Wort Jesu tatsächlich um Brot? Schließlich spricht Jesus vom Brot des Lebens. Hunger nach Leben? Wie sieht so etwas aus?

Wieder fällt mir der Urlaub ein: wenige Wochen Leben, so wie ich es mag – Spazierengehen, Lesen, Freiheit. In solchen Wochen bekomme ich ein Bild vom Leben, das tiefer geht als sonst. Ich bekomme eine Ahnung davon, was noch alles im Leben steckt, an Tiefem, an Hohem, an Weinen und Lachen. Ich merke auch, was in den anderen Wochen des Jahres fehlt, wo ich Hunger habe nach Leben, nach Fülle, nach Mehr: Die Aufmerksamkeit und Zuwendung zu den Menschen, die mir wichtig sind, der Sport, den ich schon lange anfangen wollte, jede und jeder könnte hier seine Baustellen aufzählen.

Gott scheint in diesen Wochen aber nicht fern zu sein: Alles, was neu für mich ist, was ich entdecke – Gott scheint schon da zu sein und auf mich zu warten. Er sieht mich an, aus all dem Hohen, Tiefen, Traurigen und Fröhlichen, als ob er sagen möchte: „Schön, dass du dich wieder erinnern lässt, dass Leben mehr ist als dein Alltagstrott.“

Ist es das, was Jesus sagen will, wenn er spricht: „Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten“? Dass er mitgeht in unserem Leben, auch gerade wenn wir aufbrechen und neue Schritte wagen?

Die Bibel beschreibt das Leben mit Jesus als ein Leben in Fülle. Es umfasst alles: Was wir erleben, und was über unseren Verstand geht. Leben mit Jesus – das gibt’s sozusagen „all inclusive“, sogar über den Tod hinaus als ewiges Leben. Um diesen Reichtum zu erfahren, braucht es einen ersten Schritt von mir hinaus ins Unbekannte. Und die Vergewisserung, dass Gott mich auf diesem Weg begleitet. – Vielleicht war der Urlaub so etwas wie ein Vorgeschmack, eine Aufforderung dazu?

Ich wünsche Ihnen viel Mut für alle Veränderungen und das Erleben, dass Gott auf Ihrem Weg dabei ist.

Michael Fendler,
Schulpastor an der BBS I Uelzen

 

 

Jahreslosung 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Hesekiel 36,26

Tageslosung

Sonntag, 20. August 2017
10. Sonntag nach Trinitatis (Israelsonntag)
Die den HERRN lieb haben sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht!
Ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.

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