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Startseite Wort zum Sonntag ... doch Wachstum und Gedeihen liegt in des Himmels Hand

... doch Wachstum und Gedeihen liegt in des Himmels Hand

Wort zum Sonntag, 01.10.2017 (16. So. n. Trinitatis / Erntedankfest)

„Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen liegt in des Himmels Hand“, schreibt der Hamburger Dichter Matthias Claudius 1783 in seinem berühmten Kirchenlied (im Ev. Gesangbuch Nr. 508). Am Sonntag wird in vielen evangelischen Gemeinden das Erntedankfest gefeiert. Wie kein anderes Fest ist dieses mit der Natur und der Landwirtschaft verbunden. Viele landwirtschaftlich geprägte Familien beteiligen sich in den Gemeinden an den Gottesdiensten und gestalten dieses Fest mit. Aber auch wer nicht direkt mit der Landwirtschaft verbunden ist, kann das Fest gut mitfeiern. Schließlich leben wir alle vom Segen der Natur und sind auf Wachstum und Gedeihen angewiesen.

Der Dichter Matthias Claudius bringt eine Erfahrung zum Ausdruck, die den Menschen in seiner Zeit noch geläufiger gewesen ist als heute. Wenn auf den Äckern nichts wächst, wenn ungünstige Witterung oder extreme Naturphänomene die Ernte kaputt machen, dann stellt das Menschen vor große Probleme. Hungersnöte sind in der damaligen Zeit keine Seltenheit gewesen. Heute ist das zumindest in Mitteleuropa nicht mehr der Fall. Darüber können wir uns freuen. Und doch ist das Jahr 2017 für viele landwirtschaftliche Betriebe kein gutes Jahr gewesen. Die ungünstige Witterung im Jahreskreislauf hat für viele zu teilweise erheblichen Ernteeinbußen geführt. Manche Betriebe könnten in der Folge in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Als evangelische Kirche fühlen wir an diesem Erntedankfest mit den Familien in der Landwirtschaft, für die 2017 kein gutes Jahr gewesen ist.

Zugleich hören wir die Verse von Matthias Claudius – und in vielen Kirchen werden sie am Sonntag auch gesungen. Dass Wachstum und Gedeihen nicht nur in unserer Hand liegt, kann auch eine schmerzvolle Erfahrung sein. Und dennoch sagt Gott seinen Beistand zu und verspricht, dass er all unser Tun begleitet. Er fordert uns auf, unser Möglichstes zu tun und nicht aufzugeben, wenn die Bedingungen ungünstig sind. Er fordert uns aber auch zur Solidarität mit denjenigen auf, für die es schwer ist – nicht nur in der Landwirtschaft. Er fordert uns zum Zusammenhalt auf in den Dörfern und Gemeinschaften, in denen wir leben, und zu einem aufmerksamen und wachsamen Umgang miteinander. Viele Schwierigkeiten gerade auch im ländlichen Raum können gemildert werden, wenn wir diesen Zusammenhalt in unseren Dörfern und Gemeinschaften pflegen.

„Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott“, dichtet Matthias Claudius in seinem Lied weiter. Ich finde das sehr ermutigend, denn Gott sagt, dass durch unser Tun, durch unseren Einsatz etwas Gutes geschehen kann. Noch mehr: er verspricht, dass er selbst im Engagement derer tätig sein wird, die im Vertrauen auf seine Hilfe immer wieder ihren Samen ausstreuen und auf eine neue Ernte hoffen. Das gilt auch für das Engagement derer, die sich für ein gutes Zusammenleben, für Solidarität und Gemeinwohl in den Orten einsetzen, in denen wir leben. Dass wir selbst etwas beizutragen haben und Gott uns braucht, um etwas Gutes entstehen zu lassen, empfinde ich als einen großen Ansporn. Manchmal auch als Trost, wenn ich die Zukunft noch nicht erkennen kann. Meine Fähigkeiten können Gutes bewirken, und Gott wird mein Tun begleiten.

Ich wünsche Ihnen von Herzen ein gesegnetes Erntedankfest!

Pastor Johannes Dieckow,
Ev.-luth. Kirchengemeinde Bad Bevensen

 

 

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Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Hesekiel 36,26

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Montag, 23. Oktober 2017
Befiehl dem HERRN deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen.
Gott ist?s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

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