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Haben wir eine Wahl?

Wort zum Sonntag, 08.10.2017 (17. So. n. Trinitatis)

Liebe Lesergemeinde! Haben wir eine Wahl? – Ein Textauszug für kommenden Sonntag: „Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn, und kehr nicht mehr zurück!“ (Markus 9, 25)

Dieser Vers aus dem Markus-Evangelium lenkt meine Gedanken auf ein erinnerungswürdiges Jubiäum, nämlich der Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland gegenüber den Vertretern des Ökumenischen Rates der Kirchen:

„Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland begrüßt bei seiner Sitzung am 18./19. Oktober 1945 in Stuttgart Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Wir sind für diesen Besuch um so dankbarer, als wir uns mit unserem Volk nicht nur in einer großen Gemeinschaft der Leiden wissen, sondern auch in einer Solidarität der Schuld. Mit großem Schmerz sagen wir: Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben ...

Wir hoffen zu Gott, dass durch den gemeinsamen Dienst der Kirchen, dem Geist der Gewalt und der Vergeltung, der heute von neuem mächtig werden will, in aller Welt gesteuert werde und der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann.

So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht: Veni, creator spiritus! (Komm, heiliger Geist!)“

Nach der Wahl verschlägt es aufgrund populistischer Äußerungen – „Wir holen uns unser Volk zurück“ – den Atem. „Wir werden sie jagen“ geht an die Nieren und die Ankündigung eine Politikerin zu „entsorgen“ macht das Herz schwer und man möchte am liebsten aus der Haut fahren. Die Selbststilisierung als „Opfer“ und die Haltung, sich selbst als Spielball der „Etablierten“ zu sehen, lässt geistig und körperlich erkranken.

Im Markus-Evangelium heißt es weiter: „Der Junge lag wie tot, so dass alle Leute sagten: Er ist gestorben. Jesus aber fasste ihn an die Hand und richtete ihn auf, und der Junge erhob sich ... Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.“ (Markus 9,26-27. 29)

Wählen Sie!

Pastor Frank-Peter Schultz,
Ev.-luth. Kirchengemeinde Oldenstadt-Groß Liedern

 

Jahreslosung 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Hesekiel 36,26

Tageslosung

Montag, 23. Oktober 2017
Befiehl dem HERRN deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen.
Gott ist?s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

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