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Was gut ist

Wort zum Sonntag, 29.10.2017 (20. So. n. Trinitatis)

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Der eine findet dies gut, der andere das. Das Gute aber entzieht sich dem Geschmacksurteil. Doch was ist gut? Genau an dieser Frage entzündet sich ein weltanschaulicher Streit. Was die einen das schlechthin Gute nennen, wird von anderer Seite verteufelt. Darum wird der Ruf immer lauter nach einer neuen Wertedebatte. Es muss doch ein alle Menschen verbindendes Gutes geben!?

Jedoch lässt sich das Gute nicht in Werte erfassen. Denn der Begriff „Werte“ kommt aus der Sprache der Wirtschaft und meint ursprünglich die kostbare Ware. Über den Wert einer Ware aber entscheiden Angebot und Nachfrage. Darum können Werte frei verhandelt werden. Werte sind daher nicht stabil und leiden immer am Wertverfall. Darum ist es gefährlich, menschlichem Leben einen Wert beizumessen. Ändert sich die Stimmung im Land, wird über das Lebensrecht anderer beraten, verhandelt, entschieden. Im Extremfall wird anderes Leben getötet. Das ist in Deutschland zwar rechtswidrig, bleibt aber im Einzelfall offiziell straffrei. Ein Aufschrei über entwertetes Leben in der Gegenwart bleibt aus.

Die Frage aber besteht weiterhin, mit welchem Recht kann ein Mensch über den anderen ein Werturteil fällen? „Die Würde des Mensch ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ So sagt es die Grundordnung unserer Gesellschaft. Die Debatte um Werte kann die Würde des Menschen nicht ersetzen. Denn Würde kommt dem Menschen von außen zu. Sie liegt nach christlicher Auffassung zutiefst im Urteil Gottes begründet. Der Schöpfer des Lebens hat über seine Schöpfung das Urteil gefällt: „Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut!“ Das macht die Würde eines jeden Menschen aus. Unabhängig von seinem Geschlecht, seinem Alter, seiner Intelligenz, seiner Beeinträchtgungen begründet der Zuspruch Gottes die Würde des Menschen. Unantastbar. Von niemandem. Das ist gute Ordnung Gottes. Und nicht verhandelbar.

Ein Glaubenssatz. Und doch bleibt dieser Satz von höchster politischer Brisanz. Der Mensch lebt aus dem von Gott zugesprochenem Wort. In der Antwort des Menschen auf Gottes Wort liegt der Ursprung menschlicher Verantwortung. Eine Verantwortung, die sich der Ordnung Gottes verpflichtet weiß. Es ist gute Ordnung Gottes, vom Schöpfer als Lebensgrundlage gegeben. Diese Ordnung kommt nicht autoritär daher. Man muss sie nicht hinterfragen. Es ist eine Ordnung, die keine Auflehnung provoziert. Sie sagt, was gut ist. Punkt. „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was Gott, der Herr, von dir fordert: nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“ (Micha 6,8). So einfach ist es – und so gut!

Pastor Andreas Eisen
Ev.-luth. Christus-Gemeinde Nettelkamp (SELK)

 

Jahreslosung 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Hesekiel 36,26

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Montag, 20. November 2017
Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes.
Jesus sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.

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