• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Startseite Wort zum Sonntag Reformationsjubiläum … und Tschüss?

Reformationsjubiläum … und Tschüss?

Wort zum Sonntag, 04.11.2017 (21. So. n. Trinitatis)

Am vergangenen Dienstag war der Abschluss des Reformationsjubiläums auch in Uelzen. Mit einem großartigen Festgottesdienst bei einer überwältigenden Besucherzahl und einem anschließenden Straßenfest unter dem Motto „500 plus" endete das Jubiläum. – Ja, es war schön! Aber: War’s das dann?

Was bleibt von den vielfältigen Veranstaltungen in den letzten Monaten? Was bleibt von den Ausstellungen und Vorträgen? Von den Konzerten und Artikeln? Was bleibt in Erinnerung? Und was wirkt über diese Tage hinaus?

Verabschiedet sich das Nachdenken über den Glauben und über die Kirche, wie wenn sich ein entfernter Verwandter nach einem Besuch wieder auf den Weg macht und uns noch kurz ein „… und Tschüss!“ über die Schulter zuruft?

Was bleibt uns in Erinnerung? – Nein, besser: Was bleibt mir von diesem Reformationsjubiläum erhalten? – Natürlich sind das ein paar Bilder, einige gute Erfahrungen. Die aufmerksamen Gesichter von interessierten Menschen. Und dann Wittenberg. Ich war mit meiner Frau in diesem Sommer eine ganze Woche dort. Das war sehr eindrucksvoll.

Und dann bleiben vor allem Worte im Bewusstsein, die eine neue, tiefere Bedeutung bekommen haben: Mut, Gewissen, Verantwortung. Glauben dürfen und Zweifel zulassen. Freiheit zum Selberdenken. Für eine Haltung einstehen. Gottvertrauen neu buchstabieren.

Und schließlich die Entdeckung: Ein Luther allein tut’s freilich nicht! – Die Veränderungen und die Aufbrüche, die die Kirche und wohl unsere ganze Gesellschaft immer aufs Neue brauchen, können nur bewältigt werden, wenn viele Menschen daran mitwirken.

So ist das Ende des Reformationsjubiläums kein „Das war’s!“ sondern ein „Auf geht’s!“. Eine Ermutigung zum Mittun und zum persönlichen Einsatz.

Ach ja: das „Tschüss“ passt sogar zu solchen Aufbrüchen, denn es ist ja jedes Mal, wenn wir es aussprechen, ein kleiner Segen. Bekanntlich stammt unser norddeutsches „Tschüss“ vom französischen „a dieu“. Und das heißt: Mit Gott!

Albert Wieblitz, Wieren,
Landespastor für Ehrenamtliche
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

P. S.
Weil ich in den Ruhestand eintrete, ist dies mein letztes „Wort zum Sonntag“. – Darum: „Tschüss!“

 

Jahreslosung 2018

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6

Tageslosung

Samstag, 21. Juli 2018
Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.
Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Copyright 2018 Ev.-luth. Kirchenkreis Uelzen. Alle Rechte vorbehalten.