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Startseite Wort zum Sonntag „Ich gehe mit meiner Laterne ...“

„Ich gehe mit meiner Laterne ...“

Wort zum Sonntag, 12.11.2017 (Drittletzter So. im Kirchenjahr)

„Ich gehe mit meiner Laterne ...“ werden am 11. November, wenn es dunkel wird, wieder Scharen von Kindern singen, „... rabimmel, rabammel, rabumm!“ Manche treffen sich zum Auftakt in der Kirche, wo vom Ursprung dieses Brauches erzählt wird: „Ein Lichtermeer zu Martins Ehr...“

Dieser bei Evangelischen wie bei Katholiken gleichermaßen populäre Heilige lebte im 4. Jahrhundert und war zunächst römischer Soldat in Gallien. Als er durch das Stadttor von Amiens ritt, sah er einen frierenden Bettler. Martin hielt an, zog sein Schwert und zerschnitt seinen Mantel in zwei Teile. Die eine Hälfte gab er dem Bettler, damit er sich wärmen konnte. Die andere genügte ihm, um sich selbst warm zu halten.

Aus seiner Offizierslaufbahn ist danach nichts mehr geworden, das ist historisch verbürgt: Die Passanten spotteten, die Vorgesetzten warfen ihm vor, die Truppe lächerlich gemacht zu haben. Martin aber war sicher: Wer mit einem Armen teilt, der teilt auch mit Jesus: „Was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40)

„Ich trag mein Licht und fürcht mich nicht ...“ Im Traum sah er anschließend  Christus und sich selbst in die beiden Stoffhälften gehüllt – ein Bild für Gottes Reich: Was wir miteinander teilen, das ist wird nicht weniger, was wir abgeben, das ist nicht weg – es verbindet uns miteinander und mit Gott. Ein Stück Himmel auf Erden, spürbar und wärmend.

„Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir...“ heißt es deshalb in dem Laternenlied. Das Martinsfest ist kein nostalgisches Brauchtum, sondern hat eine immer aktuelle Botschaft: Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe bringen Licht ins Dunkel einer Welt voller Not und Elend. Deshalb ist es gute Tradition, dass Hilfsorganisationen aller Art in diesen Wochen wieder besonders um Unterstützung werben. „Der Martinsmann, der zieht voran...“

In manchen Gegenden gehen die singenden Kindern noch heute von Tür zu Tür und klingeln nach Süßigkeiten – ursprünglich erbaten die Armen Gebäck und andere Gaben für den bevorstehenden Winter. „Beschenkt uns heut, ihr lieben Leut...“  Am Ende der Laternenprozessionen gibt es Martinshörnchen oder Brezeln – natürlich zum miteinander Teilen! Und auch die Martinsgänse schmecken am besten in großer Tischrunde – mit viel Rabimmel sorgten sie der Legende nach dafür, dass der Volksheilige schließlich Bischof wurde.

Astrid Neubauer
Pastorin im Kirchenkreis Uelzen

 

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