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Mit Gottes Hilfe rechnen

Wort zum Sonntag, 10.12.2017 (2. Advent)

Dunkelheit senkt sich langsam herab auf den gut besuchten Weihnachtsmarkt. Viele stehen zusammen, trinken Glühwein, essen eine Bratwurst, lachen, reden angeregt miteinander.

Am Rand des Gedränges sitzt ein Mann auf dem kalten Straßenpflaster. Sein Gesicht kann ich nicht erkennen, denn er schaut zu Boden. Vor ihm ein Pappbecher mit ein paar wenigen Münzen darin. Still sitzt er da. Neben ihm nur sein Hund. Fast hätte ich ihn zwischen den vielen Menschen übersehen.

Diese Szene sagt mehr über mich und über unser derzeitiges Zusammenleben als mir lieb ist!

Auf der einen Seite: Menschen, die sich auf dem Weihnachtsmarkt amüsieren, die lachen, essen, trinken, Freunde haben. Mitten unter ihnen, am Rand, oft übersehen, gemieden, diejenigen, die durch die Maschen unseres „Sozialen Netzes“ hindurchgefallen sind.

Ich muss gar nicht wissen, warum dieser Mann hier bettelt: ob es seine Schuld oder ein hartes Schicksal war, das ihn zum Bettler machte. Meistens ist es ja beides. Mir reicht es schon, einen Menschen so zu sehen: Einsam, verstummt, mit hängendem Kopf. Seine Not da am Boden schreit zum Himmel!

Wer den Blick so nach unten senkt, sieht keinen Ausweg mehr, sieht nur noch die Probleme, die er selbst nicht lösen kann. Und das steckt an, merke ich. Das genau sollen wir aber nicht tun! Die Adventszeit will uns dazu bringen, Gott um Hilfe zu bitten – und mit dieser Hilfe auch zu rechnen. Dazu ist es nötig, dass wir Gott einen größeren Blick auf unser Leben zutrauen als wir selbst ihn haben.

In den Gottesdiensten im Advent ist wieder von der Hilfe Gottes zu hören, die auf dem Weg zu uns ist. Einer der großen adventlichen Sätze aus der Bibel lautet: „Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ (Lukas 21, 28)

Was nützt mir aber dieses fromme Wort, wenn ich dadurch nicht auch bereit werde, andere in ihrer Not zu sehen und ihnen zu helfen? Habe ich noch einen Blick für die Menschen am Rand?

Gott will helfen – aber Gott nimmt uns nicht die Verantwortung füreinander ab. Im Gegenteil: Gott baut auf unsere Hilfe! Als Jesus einmal gefragt wird, für wen man denn generell verantwortlich sei, erzählt er das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Er macht damit klar: Jeder, der Hilfe braucht und auf den ich treffe, ist mein Nächster. Und weil Gott mir schon so oft nahegekommen ist und mir geholfen hat, wünsche ich mir, dass er auch anderen hilft – und ich stelle mich Gott zur Verfügung, damit seine Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird: Ein freundliches Wort, eine Bratwurst oder ein heißes Getränk tun anderen genauso gut wie mir – und können ihren Blick aufhellen. So praktisch und konkret kann Gottes Hilfe sein.

Darum bete ich oft: Gott, hilf mir zu helfen! Damit ich Dein Wort nicht nur höre, sondern es oft und gerne tue.

Pastor Armin Sauer
Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Petri Uelzen

 

Jahreslosung 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Hesekiel 36,26

Tageslosung

Montag, 11. Dezember 2017
Der HERR segne dich und behüte dich.
Segnet, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.

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