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Ein Gratisgeschenk zum Jahreswechsel

Wort zum Sonntag, 31.12.2017 (Jahreswechsel 2017/2018)

Liebe Leserinnen und Leser!

Seit vielen Jahren schreiben wir in diesen Tagen in unserer Familie an Verwandte und Freunde einen „Brief zwischen den Jahren“. Darin berichten wir von dem, was bei uns in den vergangenen zwölf Monaten geschehen ist. Zugleich blicken wir voraus auf das, was das neue Jahr bringen mag. Schnell füllen sich die Seiten mit der Schilderung des Gewesenen, denn das erinnern wir. Der Ausblick fällt dagegen viel kürzer aus – und das ist auch gut so, denn die kommenden Monate liegen ja trotz aller Vorplanung noch ungelebt vor uns. Wir wissen nicht, was kommt und doch haben wir unsere Hoffnungen, Erwartungen und Wünsche.

Wenn wir nach der Zukunft fragen, gibt das Vergangene dieser Frage oft eine bestimmte Grundierung. Für mich stand das Jahr 2017 im Zeichen des Reformationsjubiläums – an vielen Stellen haben wir uns an die Ereignisse von vor 500 Jahren erinnert. Als Abschluss des Jubiläumsjahres konnten wir am 31. Oktober unter dem Motto „500 plus“ ein  tolles Kirchenkreisfest feiern. Sehr viele waren als Gastgeber/innen und als Gäste beteiligt. Mir war bei allem Erinnern und Gedenken stets wichtig, dass es nicht nur bei der Rückschau bleibt, sondern dass auch nach der Bedeutung der Reformation für die Gegenwart gefragt wird. „Im Zeichen der Rose“ hieß dazu eine Reihe von Gesprächsabenden, die in den einzelnen Regionen unseres Kirchenkreises stattfanden. Da ging es um Freiheit und Leistung, um Gerechtigkeit und Bildung, um bedingungslose Wertschätzung und Achtung und manches mehr. An der Schwelle zum neuen Jahr 2018 frage ich mich: Was geht davon mit in die kommenden Monate?

Eine Brücke zwischen dem, was war und dem was kommt schlägt für mich die Jahreslosung 2018. So wird der Bibelvers genannt, den die Kirchen als Jahresbegleiter ausgewählt haben. Für das kommende Jahr lautet er: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung 21.6)

Es ist besonders das letzte Wort dieses Verses, das mich anspricht: „umsonst“. Das erinnert mich an ein Geschenk, etwas Unverdientes, etwas, das mir ohne Vorleistung zukommt. Im Reformationsjahr war viel von Gnade die Rede, Gnade ist die Übersetzung des lateinischen Wortes gratia; davon kommt unser „gratis“, was ja nichts anderes bedeutet als umsonst. Gott schenkt uns etwas umsonst, aus Gnaden, nämlich Lebenskraft aus der Quelle des lebendigen Wassers. Das klingt für mich positiv, ein positives Vorzeichen für das Leben im kommenden Jahr.

Die Bestandteile dieses „lebendigen Wassers“ sind Liebe und Stärkung, Nähe und Hoffnung, Trost und Hilfe zum Guten, zur Güte, zum Frieden und zur Gerechtigkeit. Damit will Gott uns ausstatten im kommenden Jahr – umsonst. Diese Zusage ist ein positiver Vorschuss für die Herausforderungen der kommenden Monate. Sie liegen offen vor uns und doch hat mir gerade die Erinnerung an die Reformation noch einmal deutlich gemacht, dass wir trotz aller Hindernisse und Probleme mit Mut und Neugier in die Zukunft starten können, denn Gott wird uns ausstatten mit lebendigem Wasser aus der Quelle seiner Liebe.

Ich wünsche Ihnen einen guten Jahreswechsel und ein friedvolles Jahr 2018 – stets getragen vom „Gratisgeschenk“ Gottes, dem lebendigen Wasser aus der Quelle seiner Liebe.

Alles Gute!
Ihr Jörg Hagen
Propst in Uelzen 
 

 

Jahreslosung 2018

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6

Tageslosung

Samstag, 21. Juli 2018
Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.
Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

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