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Startseite Wort zum Sonntag Er sagt: ja und macht: nein – und ich muss den Schaden tragen

Er sagt: ja und macht: nein – und ich muss den Schaden tragen

Wort zum Sonntag, 04.02.2018 (2. So. vor der Passionszeit)

„Leider verschiebt sich der Liefertermin Ihres neuen Handys um weitere 4 Wochen.“, lese ich in meiner Mail und denke: „Schade!“ Schon vor einem Monat hatte ich mein neues Handy bestellt, das alte gibt so langsam seinen Geist auf. „Wir arbeiten intensiv daran, unseren Akku-Zulieferer auf aktualisierte, verbindliche Termine festzulegen.“, schreibt der Handy-Hersteller und versucht mich zu vertrösten. Er hatte mir die zeitnahe Lieferung des neuen Handys zugesagt, aber der chinesische Akku-Zulieferer könne die Termine nicht halten. Er beteuere zwar immer: „Ja, funktioniert, läuft alles nach Plan.“, aber dann halte er die Absprachen doch nicht ein. Er sagt „ja“ und macht „nein“.

Es bleibt mir ein Rätsel. Wenn einer „ja“ zu mir sagt, dann erwarte ich auch „ja“, schließlich habe ich mich darauf eingestellt und will mich auf das Wort meines Gegenübers verlassen können.

„Du sollst nicht lügen“, habe ich schon mit den 10 Geboten auswendig gelernt und von Paulus werde ich aufgefordert: „Legt die Lüge ab und redet die Wahrheit.“ (Epheser 4,25)

Die Wahrheit ist ein hohes Gut. Gerade in Freundschaften oder in der Familie wird das deutlich. Wenn mein Mann oder meine Freundin mir nicht die Wahrheit sagen, wenn sie mich anlügen oder mir die Wahrheit vorenthalten, dann wird das Vertrauen gestört. Die Beziehung wird brüchig und ich weiß nicht mehr, ob ich mich noch auf die anderen verlassen kann.

Manchmal fällt es schwer, die Wahrheit auszusprechen, sie würde mich oder mein Gegenüber vielleicht bloßstellen. Manchmal scheint eine Notlüge zu genügen, um die Situation und das eigene Image zu retten. – Mein chinesischer Akku-Zulieferer wollte sein Gesicht wahren – das zählt in seiner Kultur wohl mehr als nein zu sagen.

In der Bibel gibt es viele Hinweise darauf, dass das Leben besser wird, wenn ich immer die Wahrheit sage, auch wenn es schwer fällt. In Psalm 51 ist die Rede davon, dass Gott die Wahrheit liebt, selbst dann, wenn es um verborgene Dinge geht. Kurz vor seiner Kreuzigung betet Jesus zu seinem himmlischen Vater, dass alle Gläubigen durch die Wahrheit in Menschen verwandelt werden, die zu Gott gehören. (Johannes 17,17)

Durch die Wahrheit werde ich Gott ähnlicher und durch die Wahrheit werden gute und tragfähige Beziehungen ermöglicht. Beides wünsche ich uns.

Pastorin Ann-Kathrin Averbeck,
Ev.-luth. Kirchengemeinden Eimke und Gerdau

 

Jahreslosung 2018

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6

Tageslosung

Montag, 19. Februar 2018
Gefällt es euch nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.
Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse.

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