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Sei (k)ein Narr!

Wort zum Sonntag, 11.02.2018 (Estomihi / So. vor der Passionszeit)

Den Sonntag Estomihi feiern wir, mit der Frage „Was ist Gott für mich, und was bin ich für Gott?“

„Mach dich nicht zum Narren“, so heißt es, wenn man jemanden davor bewahren will, sich durch eine Dummheit zum Gespött zu machen. Dabei waren die Narren in früherer Zeit nicht einfache Spaßmacher, sondern – meistens durch Lebensumstände oder körperliche Beeinträchtigungen bedingt – kluge und weise, hell- und weitsichtige, (selbst)-kritische und mutige Menschen, die der Gesellschaft, den Mächtigen und sich selbst mit viel Witz und Hintergründigkeit den Spiegel vorhielten – über das Kritische und Aktuelle ihrer Zeit. Sie wollten dadurch ins Nachdenken führen und, soweit ihnen mit ihren Kräften möglich, ihr Umfeld mit gestalten.

So bezeichnet sich Paulus selbst in seiner „Narrenrede“ im 2. Korintherbrief als Narr – nicht als dumm! Nein, bei allen Umbrüchen und Fragestellungen der damaligen Gemeinde, in Machtkämpfen und Widerstreit der einzelnen Positionen hätte er guten Grund, seine starken Seiten herauszukehren und seine Verdienste für die Gemeinde usw. Doch er weiß, das führt zu nichts, und alle zusammen nur weiter weg von Christus.

So nimmt er sich und die Menschen mit auf einen anderen Weg – hinter Christus her. Der allmächtige und alleinige Gott hat sich „närrisch klein“ gemacht, ist in Christus Mensch geworden und hat sich ein Gesicht gegeben, dass wir ihn erkennen. Und nicht genug damit, lässt er sich ein auf Angst und Not, Leid und Tod – damit wir wissen, dass er uns versteht und bei uns ist. Lässt sich kreuzigen für unser Fernsein von Gott, für Kraftmeierei und Machtspiele, ja stirbt für uns, damit wir mit und durch IHN leben hier bis in Ewigkeit: vergeben, angenommen, geliebt, befreit, mutig, hoffnungsvoll und von IHM befähigt, seine Auferstehungskraft selbst zu erfahren und in diese Welt zu tragen.

Die Osterbotschaft besiegelt dann, dass die „Torheit des Kreuzes weiser ist als Menschen, und Gotteskraft zum Leben, hier, durch Not und Tod hindurch, bis ins Leben der Auferstehung bei IHM!“

Das zu verkündigen, macht sich Paulus zum „Narren Gottes“. Weiß sich in Sünde und Schwachheit angenommen und vertraut darauf, was Gott ihm zusagt: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“

Deswegen: „Sei ein Narr Gottes!“ Das lasst uns in den Kirchen zusammen feiern und leben: „7-Wochen nicht ohne, sondern mit IHM!“.

Pastor Robert Mogwitz
Ev.-Luth. Christusgemeinden (SELK)
Pfarrbezirk Uelzen-Molzen

 

Jahreslosung 2018

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6

Tageslosung

Freitag, 16. November 2018
Es ist kein Fels, wie unser Gott ist.
Jesus spricht: Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.

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