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Leid, Leid, und nochmals Leid

Wort zum Sonntag, 24.02.2018 (Reminiszere / 2. So. i. d. Passionszeit)

Jeden Tag neu und in immer neuen Konstellationen erreichen uns Meldungen und Bilder des Leids. In Florida erschießt ein ehemaliger Schüler wehrlose Jugendliche, in Goslar sticht ein 19-Jähriger seine Freundin nieder, ein Flugzeug stürtzt ab, Bilder von weinenden Angehörigen, Flüchtlingsschicksale, hungernde Menschen im Jemen, entführte Mädchen in Afrika, ohne Anklage wird ein deutscher Journalist ein Jahr in der Türkei inhaftiert, eine junge Frau aus Sachsen wird im Iran zu sechs Jahren Haft veruteilt. 2,6 Millionen Kinder sterben im ersten Lebensmonat...

Diese Liste wird sich, seit ich sie niederschrieb, enorm verlängert haben. Und jedesmal, wenn wir so eine Nachricht lesen oder hören, zucken wir ein wenig zusammen, zieht sich der Schmerz und die Trauer wie ein Band eng um unser Herz. Wie leben wir modernen Menschen im Zeitalter der Nachrichtenflut mit dieser täglichen Überforderung unserer Gefühle durch „Bad News“? Wie können wir unsere Ohnmacht gegenüber dieser Flut von traurigen Nachrichten aushalten?

Viele von uns verkriechen sich in ihre kleine, scheinbar heile Welt. Hinter der Tür meiner Wohnung fühle ich mich sicher. Die „böse“ Welt muss draußen bleiben. Doch durch die Ritzen der Verkabelung schleicht sich die Welt doch wieder zu mir herein.

Es ist gewiss keine Lösung, so zu tun, als ginge mich das Leid der Welt nichts an, auch wenn ich sicher nicht allen helfen kann und mich das Leid hilflos macht.

Drei Dinge helfen mir dabei, mit dieser Ohnmacht umzugehen:

  1. Ich glaube, Gott ist in das Leid der Welt hinabgestiegen. Wir sind Gott nicht gleichgültig. Im gekreuzigten Christus ist Gott ganz nah.
  2. Deshalb darf und kann ich Gott um Hilfe bitten. Er möge Menschen schicken, die – anders als ich – Linderung bringen können. Es ist Gottes Wille, dass wir uns gegenseitig beistehen. Schon das Gebet für andere ist der mutige Kampf gegen die Resignation vor dem Leid.
  3. So kann ich Kraft und Mut finden, in meiner kleinen Welt denen zu helfen, die meine Hilfe nötig haben und denen ich mit meinen Kräften beistehen kann.

Ich weiß Gott an meiner Seite!

Christoph Scharff-Lipinsky
Pastor in St. Petri Uelzen

 

Jahreslosung 2018

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6

Tageslosung

Dienstag, 19. Juni 2018
Wer meine Gebote hält und nach meinen Gesetzen lebt, der soll nicht sterben um der Schuld seines Vaters willen.
Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi.

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