• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Startseite Wort zum Sonntag Keine geschlossene Gesellschaft

Keine geschlossene Gesellschaft

Wort zum Sonntag, 23.09.2018 (17. So. n. Trinitatis)

Und Jesus ging weg von dort und zog sich zurück in die Gegend von Tyrus und Sidon. Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus dieser Gegend und schrie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Sie aber fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch des Herren fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zur selben Stunde. (Matthäus 15, 21 - 28)

Jesus macht in den wenigen Versen eine Entwicklung durch, Vom strikten Verfechter einer „geschlossenen Gesellschaft“ zu einem, der diese Geschlossenheit aufbricht. Durch die direkte Begegnung mit der kanaanäischen Frau lässt Jesus sich belehren, ändert seine Überzeugung und überwindet Grenzen.

Wichtig ist die persönliche Begegnung. Zur Zeit des Evangelistin Matthäus öffnen sich die christlichen Gemeinden auch nichtjüdischen Anhängerinnen und Anhängern. Dass diese Entwicklung nicht reibungslos ablief, davon berichten die Apostelgeschichte und Paulusbriefe. Und Matthäus schreibt seinen Leserinnen und Lesern: Zieht den Kreis nicht zu eng; erklärt nicht, wer dazugehören darf und wer draußen bleiben muss.

Die christliche Gesellschaft ist keine geschlossene Gesellschaft. Das hat auch Jesus gelernt; dann müsst ihr es in seiner Nachfolge befolgen. Das gilt nicht nur vor 2.000 Jahren, das gilt auch heute. Es ist eine Sache des Herzens. Ich möchte mein Herz weiten, ich möchte mich nicht für besser halten als andere, ich möchte niemanden gedanklich oder verbal ausgrenzen. Liebe beginnt mit einem weiten Herzen.

In dieser ökumenisch organisierten „interkulturellen Woche“ geht es in den Veranstaltungen darum, Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Nationalität und Kultur zu ermöglichen, Wege zur Teilhabe zu schaffen und eine bessere Integration zu fördern. Gastfreundschaft ist ein Wert, unabhängig davon, wie sich Gäste verhalten. Natürlich muss die Gesellschaft auf Fehlverhalten reagieren, doch deshalb höre ich ja nicht auf gastfreundlich zu sein. – Auch Liebe kann missbraucht und verletzt werden. Höre ich deshalb auf zu lieben?

Natürlich bin ich ein Kind meiner Zeit – mit allen Ängsten und Vorurteilen. Aber mein Gebet zielt darauf ab, dass alle Menschen, die auf der Flucht sind, einen neue Heimat finden – dass alle, die zu uns kommen, aufgenommen werden – dass bei allen Menschen, die sich für Geflüchtete engagieren, immer Kraft, Liebe und Freude wachse.

Pastor Frank-Peter Schultz
Ev.-lut. Kirchengemeinde Oldenstadt-Groß Liedern

 

 

Jahreslosung 2018

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6

Tageslosung

Dienstag, 23. Oktober 2018
Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich.
Die Samaritaner sprachen zu der Frau: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.

Copyright 2018 Ev.-luth. Kirchenkreis Uelzen. Alle Rechte vorbehalten.