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Frieden

Wort zum Sonntag, 18.11.2018 (Vorletzter Sonntag im Kirchenjahr / Volkstrauertag)

Das Instrument in der Hand, oft bei unwirtlichem Wetter, so sehe ich mich als Jugendlichen unterwegs zu den Gedenkfeiern am Volkstrauertag. Abordnungen von Vereinen, der Bürgermeister und der Gemeinderat, die Feuerwehr und viele Leute aus dem Dorf kamen zusammen, um der Toten der Weltkriege, der Opfer von Flucht und Vertreibung zu gedenken. Unser Posaunenchor umrahmte die kleine Feier musikalisch. Beeindruckt habe ich gesehen, wie sich Menschen Tränen aus dem Gesicht wischten im Gedenken an Menschen, die sie verloren hatten.

Das ist schon lange her. Gemeinsam standen wir dort, Junge und Alte, und wir verstanden das als eine Mahnung zum Frieden. Wir hatten verstanden: Frieden ist nicht selbstverständlich. Frieden ist eine dauernde Aufgabe, die die Kraft, die Bereitschaft und den Einsatz jedes und jeder Einzelnen braucht – und am Ende bleibt Frieden dennoch ein Geschenk.

Solange wie kaum eine andere Generation vor uns erleben wir in unserem Land Frieden. Ein kostbares Geschenk, das nicht leichtfertig verspielt werden darf! Das lehrt uns die Geschichte.

Frieden fängt im Kleinen an, mit meiner Haltung, meiner Gesprächsbereitschaft, dem Willen hinzuhören, meiner Bereitschaft zu vergeben, Neues zu denken und dem Mut neu anzufangen. Manchmal auch mit meiner Kraft zu widerstehen! Die Welt ist in Bewegung. Nichts ist für immer festgeschrieben, vieles ist möglich. Das haben viele nicht nur zur Wendezeit dankbar erlebt. Umso wichtiger der Widerstand gegen dumpfe menschenverachtende Parolen heute.

„Friede sei mit euch“, sagt Jesus der Auferstandene, als er in den Kreis der erstaunten Jünger tritt. Sie können es kaum glauben, dass er in ihrer Mitte ist nach Leid und Tod zuvor. Und doch kehrt Frieden in ihre Herzen ein. Gestärkt im Glauben machen sie sich auf. Frieden im Herzen bringt Menschen in Bewegung.
Wie viele sehnen sich heute nach einem Ort der Menschlichkeit und des Friedens. Setzen wir uns dafür ein, auch zum Wohle aller Menschen guten Willens, die bei uns angekommen sind.

Am Sonntag werde ich wieder unterwegs sein zu den Ehrenmalen, den Mahnmalen zum Frieden – zusammen mit dem Posaunenchor und hoffentlich vielen anderen. Gemeinsames Gedenken festigt den Frieden. Es macht Mut zum ersten Schritt und ermutigt zum Handeln für Frieden und Gerechtigkeit.

Pastor Hermann-Georg Meyer
Ev.-luth. Gesamtkirchengemeinde Bevensen-Medingen

 

Jahreslosung 2018

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6

Tageslosung

Donnerstag, 13. Dezember 2018
Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich!
Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

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