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Suche den Frieden und jage ihm nach!

Wort zum Sonntag, 06.01.2019 (Epiphanias, Erscheinungsfest)

Fast unbenutzt liegt er auf meinem Schreibtisch: der neue Kalender von 2019! Im Gegensatz zum alten Kalender sind seine Seiten noch weiß und glatt. Selbst sein Geruch verrät: Noch ist alles neu! Das neue Jahr liegt noch fast unberührt vor uns.

Lediglich auf den ersten Seiten stehen schon Termine, Geburtstage und To-do-Einträge. Sie sind ordentlich mit Kugelschreiber eingetragen. Fast so wie früher, wenn ich als Schülerin mit dem neuen Schuljahr neue Hefte beschriftet habe. Noch wird ordentlich geschrieben, nicht gekritzelt. Noch sind die Vorsätze neu und frisch. Noch liegt der Zauber vom Neuanfang auf allem.

Neu anfangen! Wie schön wäre das, wenn die alten Sorgen mit dem Silvesterfeuerwerk am Himmel verglimmen und ich neu ins Leben blicken könnte. Wie befreiend wäre das, wenn ich den alten Streit vom vergangenen Jahr zuklappen und eine neue Seite aufschlagen könnte.

Viele Feiertage liegen hinter uns. In vielen Weihnachtsstuben kam die ganze Familie und Verwandtschaft zusammen. Alles sollte friedlich und weihnachtlich sein. Doch dann kam eins zum andern. Da reichten oft schon bestimmte Stichworte und Themen aus und schon waren alte Wunden wieder aufgerissen und wurden schwelende Streits wieder entfacht. Vergangenes aus der Kindheit bestimmt auf einmal das Hier und Jetzt der Erwachsenen.

Was sich im Kleinen am Familientisch abspielt, ist auf der großen, weltpolitischen Bühne zwischen Staaten und Völkern nicht anders. Uralte Kränkungen, Feindschaften und Rollenmuster kommen immer wieder ans Tageslicht, lösen Misstrauen und Konflikte aus, heizen kalte Kriege wieder an. Das Alte steht dem Neuen im Weg, dem Weg der Versöhnung und des Friedens.

„Suche den Frieden und jage ihm nach!“ So lautet die Losung für das neue Jahr. Suche den Frieden! Das ist die Blickrichtung für das kommende Jahr: Sich ausrichten auf das, was Frieden schafft in der Welt, mit meinen Nachbarn, mit meiner Familie und mit mir selbst. Wir werden aufgefordert, wie Spürhunde eine neue Spur aufzunehmen. Wir werden dazu ermutigt, die alten Spuren von Verletzungen und Streit hinter uns zu lassen und einer neuen Spur des Friedens zu folgen.

Das ist gar nicht so einfach! Wie tief sind im Gedächtnis oft Rollenmuster, Vorurteile, verletzende Worte und böse Blicke eingegraben. Und wie leicht werden erste Entschuldigungsversuche überhört und ein versöhnendes Lächeln übersehen. Suche die Signale des Friedens und jage ihnen nach: die gereichte Hand, das kurze „Tschuldigung!“, das Zusammensitzen am runden Tisch, der x-te ausgehandelte Waffenstillstand. Suche den Frieden, so unscheinbar, wirkungslos und leise er im alten Jahr auch aufgetreten ist! Und jage ihm im neuen Jahr nach! So lautet das Motto für das neue Jahr und die Überschrift für die noch weißen Seiten im neuen Kalender.

Ich wünsche uns allen ein gesegnetes, friedvolles Jahr 2019.

Iris Junge,
Pastorin in St. Marien Uelzen

 

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!
Psalm 34,15

Tageslosung

Mittwoch, 16. Januar 2019
Wenn dich dein Bruder oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns hingehen und andern Göttern dienen, so willige nicht ein.
Zur Freiheit hat uns Christus befreit!

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