• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Du bist da!

Wort zum Sonntag, 20.01.2019 (2. So. n. Epiphanis)

Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. (Psalm 139,3) – Für die meisten Menschen, die ich kenne, ist Psalm 139 ein besonders tröstlicher Psalm, der sie gewiss sein lässt, dass Gott sie auf allen Wegen im Leben begleitet. Und wie gut das ist, sich nicht allein zu wissen! Gott hält die Hand über mir, heißt es da, seine Hand führt mich und seine Rechte leitet mich. Sogar Finsternis ist nicht finster bei Gott.

Und doch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Gewissheit der Nähe Gottes den Menschen auch bedrängt und sich für ihn bedrohlich anfühlen kann.

Wohin soll ich gehen vor deinem Geist und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? (Psalm 139, 7) – Der Mensch, der diese Worte betet, dreht sich nicht um die Frage: Wo finde ich Gott?, sondern fragt sich verzweifelt: Wie werde ich ihn los?

Gott sieht alles. Er weiß alles. Nichts bleibt ihm verborgen. Nicht selten ist dieses Gottesbild in christlicher Erziehung auch missbraucht worden. Alles im Blick. Nie ganz für mich. Immer bist du da! Da galt es, artig zu sein, um nicht von Gott bestraft zu werden.

Und ja, es ist wahr, dass der Mensch Seiten an sich hat, die er vor anderen lieber versteckt hält. Wenn es seinen Stolz kränkt, einen Fehler zuzugeben. Wenn er voller Neid darauf schaut, was andere mehr haben oder besser können. Wenn er in seinem Zorn andere Menschen verletzt. Dann soll von diesen Gefühlen am liebsten keiner was wissen, auch nicht Gott. Doch am Ende bliebe er in ihnen hilflos und allein.

Da tut es gut zu wissen: Es gibt einen, der stellt sich in all dem an meine Seite, ohne mich schief anzusehen oder zu verurteilen, sondern um mir zu helfen und beizustehen. Letztlich bleibt mir: Ich kann und darf mich auf Gott zurückfallen lassen, egal was ich vor ihm zu verbergen hätte: Es ist eine Befreiung, zu wissen, dass ich mit all dem, was mich belastet, zu ihm kommen kann – meinen Verletzungen, Enttäuschungen und Niederlagen, ja auch meinem Versagen, meiner Schuld und meiner Bosheit. Ob ich auf gutem oder auf bösem Weg bin – er ist da, um mich auf gutem Weg zu leiten und dafür danke ich Gott!

Pastorin Susanne Schulz
Ev.-luth. Kirchengemeinde Nettelkamp

 

 

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!
Psalm 34,15

Tageslosung

Montag, 22. April 2019
Ostermontag
Zur letzten Zeit wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.
Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.


Copyright 2019 Ev.-luth. Kirchenkreis Uelzen. Alle Rechte vorbehalten.