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Startseite Wort zum Sonntag „Wie kannst du heute noch von Gott reden?“

„Wie kannst du heute noch von Gott reden?“

Wort zum Sonntag, 03.02.2019 (5. So. v. d. Passionszeit)

Eine ganz gewöhnliche Zugfahrt, ein morgendlicher Smalltalk zwischen zwei Reisenden, während die Wintersonne das Eis auf den vorbeiziehenden Feldern glitzern lässt. Wir sprechen entspannt über das Wetter und unsere Reiseziele. Bis meinem Gegenüber plötzlich die Überraschung ins Gesicht geschrieben steht: „Du arbeitest für die Kirche?“

Seit meiner Studienzeit habe ich mich an solch überraschte Reaktionen gewöhnt. Doch stelle ich fest, dass sich dabei etwas ganz Wesentliches verändert hat: Als Theologiestudentin wurde ich meistens gefragt, ob ich wirklich an so etwas wie Gott glaube. Heute als Vikarin liegt eine andere Frage obenauf: Wie kann ich denn in dieser Zeit zu anderen Menschen sprechen von dem, der Wunden heilt und Hoffnung schenkt?

Gott wurde in unserer sichtbaren Welt ersetzt. Durch Kräfte und Teilchen, Chiffren und Regeln, Disziplinen und Systeme. Die Menschheit forscht und durchdringt, macht das Leben begreifbarer und schreitet immer weiter voran. Ich bin ein unlösbarer Teil dieser Entwicklung, sie prägt mein Denken und mein Handeln. Und gleichzeitig rede ich weiterhin von Gott: Nicht von einem, für den zwischen all dem Erklärbaren vielleicht irgendwo noch ein kleines Plätzchen zu finden ist, den ich nur erahnen und kompliziert beschreiben kann.
Gott ist für mich der andere. Der mir ganz konkret als Mensch gegenübersteht und mir bezeugt: „Deine und meine Welt, die gehören zusammen!“ Der in Christus so handelte, dass wir durch ihn das menschliche Leben so erspüren können, wie es sein sollte. Ein Leben, das nichts vergisst und niemanden ausschließt und damit meine aufgeklärte Weltwirklichkeit zur Gotteswirklichkeit macht.

 Vikarin Juliane Hillebrecht
Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Johannis Uelzen

 

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!
Psalm 34,15

Tageslosung

Donnerstag, 22. August 2019
Er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat meines Volks geplagt war.
Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.


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