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Du oder ich?

Wort zum Sonntag, 07.04.2019 (5. So. d. Passionszeit / Judika)

Peters Ruhestand hatte gerade angefangen, da wurde seine Mutter zum Pflegefall. Jetzt war es aus mit der Ruhe. Morgens waschen, dann Einkaufen, den Garten pflegen, Mittagessen anreichen, abends zu Bett bringen, jeden Tag. Und dann noch all die Arztbesuche. Seine Jahrgänger erzählten von ihren Reisen. Peter musste sich um Mutter kümmern. Dann starb Mutti. Wer fährt nun mit ihm zum Arzt?

„Liebe deinen Nächsten“, das hat Peter versucht und hat alles dafür hingegeben, seine Zeit und seine Gesundheit. Aber den zweiten Teil des Satzes hat er vergessen: „wie dich selbst.“

Der amerikanische Präsident verkündigt lautstark: „America first!“ (Amerika an erster Stelle) Und so regiert er auch. Er stößt Partner vor den Kopf, will Mauern bauen und verlässt internationale Abkommen.

„Liebe dich selbst“, nimmt er sehr ernst. Er liebt seine Nation und wird für Amerika einige Vorteile erstreiten. Dafür werden die anderen vergessen und sind nicht im Blick.

Einer geht völlig in der Nächstenliebe auf und verliert sich dabei selbst. Einer geht völlig in der Selbstliebe auf und verliert dabei die anderen. Ein Mittelweg wäre hilfreich. Liebe, die mich sieht und Liebe, die die anderen im Blick hat. Diese Liebe bezeichnet Jesus Christus als das wichtigste Gebot: „Du sollst den Herrn deinen Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.“ So verstanden, fließt Liebe in drei Richtungen: zwischen Gott und mir, zwischen mir und dem Nächsten und zu mir. Von Gott zu mir fließt immer Liebe und er sehnt sich danach, dass ich ihn zurückliebe.

Die Liebe zwischen mir und meinem Nächsten wird leicht falsch verstanden. Dabei geht es nicht nur um nett sein, nachgeben müssen und Schwäche. Manchmal ist auch ein „Nein“ angebracht, aber mit warmem Herzen. Unrecht, falsche Ansprüche und Unwahrheit müssen angesprochen werden. Dann können sie aus der Welt geschafft werden und Liebe kann wieder fließen. Noch schwerer fällt oft die Selbstliebe. Ich darf mich selbst lieben, weil Jesus Christus mich liebt. Er kennt mich, wie ich bin. Er freut sich mit mir über alles, was ich kann. Und ihm kann ich meine Macken und Mängel sagen, von ihm kann ich mich heilen lassen. Er liebt mich und von ihm kann ich lernen, mich selbst zu lieben. Seine Liebe macht mich stark. Diese Stärke kann auch meinen Nächsten (er-)tragen.

Ann-Kathrin Averbeck,
Pastorin in Eimke und Gerdau

 

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!
Psalm 34,15

Tageslosung

Sonntag, 21. April 2019
Osterfest
Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: Was machst du?
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.


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