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Kreuze auf unserem Weg

Wort zum Karfreitag, 19.04.2019

Am Rand der Landstraße steht ein kleines Kreuz. Ein Name ist darauf geschrieben, Blumen schmücken es. Oft fahre ich daran vorüber. Jedes Mal ein kurzes Erschrecken, ein Hindenken zu den Angehörigen, die dieses Kreuz aufgestellt haben. Ein Autounfall, ein plötzlicher Tod, der alles verändert hat. Daran soll erinnert werden mit diesem Kreuz: an diesen Tod, an die Trauer und den Verlust eines jungen Menschen. Das bleibt im Gedächtnis der Seelen derer, die mit diesem Tod leben müssen.

Im Vorbeifahren denke ich in diesen Tagen auch an das andere Kreuz, das Kreuz auf Golgatha, draußen vor der Stadt Jerusalem. Unübersehbar war es für die Menschen, die dort vorübergingen. Die hinsahen oder wegschauten, je nachdem. Die den Mann am Kreuz verspotteten oder um ihn weinten.

Nur für wenige Stunden war dieses Kreuz damals aufgerichtet. Aber die Erinnerung an diese Kreuzigung ist auch nach 2000 Jahren lebendig geblieben. Dieses Kreuz ist noch immer das, was es von Anfang an war: ein Stein des Anstoßes; ein Ärgernis – und ein Anlass zum Nachdenken und Nachfragen.

„Warum musste das eigentlich sein, dass Jesus am Kreuz gestorben ist?“, fragte mich ein Konfirmand. Die Begegnung mit Leid macht uns ratlos. Die Frage nach dem Sinn des Leides ist eine Frage, die uns ein Leben lang begleitet. Alle Antworten darauf bleiben unvollständig. Wir können es nur versuchen, den Leidensweg Jesu zu verstehen und auf unser Leben zu beziehen.

So können wir uns daran halten, dass wir die schweren Wege unseres Lebens – Abschiedswege, Wege der Krankheit und der Angst – nicht allein gehen. Gerade dort, wo uns Schweres begegnet, dem wir nicht ausweichen können, ist Jesus uns nah. Denn er hat unsere Ängste und Schmerzen durchlebt bis zum Tod. Deshalb ist er für uns wie ein Bruder geworden, der uns beisteht und Halt gibt.

Die Kreuze unseres Lebens und das eine Kreuz auf Golgatha: Sie sind uns unbegreiflich und schwer zu ertragen. Und sie sind gleichzeitig Zeichen der Hoffnung und des Trostes.

Pastorin Dorothea Mecking
Ev.-luth. Kirchengemeinden Molzen, Rätzlingen und Lehmke-Wieren

 

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!
Psalm 34,15

Tageslosung

Sonntag, 21. April 2019
Osterfest
Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: Was machst du?
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.


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