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Wie sieht Gott aus?

Wort zum Sonntag, 16.06.2019 (Trinitatis)

„Du weisst ja, dass ich nicht an Gott glaube, Johannes. Aber wie müsste ich ihn mir deiner Meinung nach denn überhaupt vorstellen?“ Ich schluckte, und das wortwörtlich, denn gerade war ich damit beschäftigt, an einer Grissinistange herumzukauen, während ich entspannt zurückgelehnt auf dem Küchenstuhl der Unterhaltung meiner Freunde zuhörte. Über ihr neues Auto, den Kita-Platz, den sie nach langem Warten nun endlich bekommen hatten und über den Klimawandel, der zur Zeit ja in aller Munde war.

Wo Gott so plötzlich aufgetaucht war, hatte ich irgendwie verpasst. Mit Interesse war ich der Unterhaltung gefolgt, hatte mein Rotweinglas in der linken Hand balanciert und zugehört. Und nun plötzlich diese Frage!

Klar, unsere Freunde wussten natürlich, dass ich Theologe und Pastor war. Aber Gott spielte in unseren Gesprächen sonst eigentlich keine Rolle, eben weil unsere Freunde nicht daran glaubten. Anders als in meinem Leben fristete er in unseren Gesprächen eher ein Randdasein…

„Also was ist – sag, wie muss ich mir Gott vorstellen?“ Kurz überlegte ich, ob eigentlich schon mal Jesus selbst diese Frage so konkret gestellt worden war, bevor ich begann zu antworten: „Warum interessiert Dich das denn?“ „Mia hat mich gefragt, wie Gott aussieht und da wusste ich nicht, was ich ihr sagen sollte.“ Mia war die 4-jährige Tochter unserer Freundin Laura. „Natürlich ist Gott ein alter Mann auf einer Wolke!“, fiel Matthias, ihr Mann, grienend von der Seite ein, „so‘n lieber, weiser Vater“. „Wirklich?“, fragte Laura, „glaubst Du das auch, Johannes?“ „Naja…“, bevor ich weiter reden konnte, meldete sich Katha, eine andere Freundin zu Wort: „Also ich glaube, wenn es überhaupt einen Gott gibt, dann ist er eine Kraft in der Natur.“ „Und für Dich, Johannes? Was ist Gott denn nun für Dich – Jesus vielleicht?“

Ich schaute meine Freunde an, nahm noch einen Schluck von dem Wein und antwortete: „Sowohl das eine, als auch das andere, wie auch das dritte“. Alle schauten mich verwirrt an. „Naja, ich finde, das Tolle an Gott ist, dass man ihn mit keinem Bild ganz zu fassen bekommt! Ich bin froh, dass ich daran glauben kann, dass Gott wie ein guter Vater ist, auch wenn ich nicht daran glaube, dass er auf einer Wolke sitzt. Es tut gut, ihn als Kraft in mir und der Natur zu spüren und ich bin froh, dass ich ihn in dem Menschen Jesus entdecken kann.“

„Mmh, ich wusste gar nicht, dass man sich Gott so vielseitig vorstellen kann“, antwortete Laura. „Ja“, antwortete ich, „so vielseitig, wie er in unserer kleinen Runde heute aufgetaucht ist!“

Pastor Johannes Luck,
Gesamtkirchengemeinde Bevensen-Medingen

Weitere Informationen auf meinem Blog: www.glaubensbriefe.de

 

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!
Psalm 34,15

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Montag, 16. September 2019
Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr lebet.
Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.


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