• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Erntedank

Wort zum Sonntag, 6. Oktober 2019  (Erntedankfest / 16. So. n. Trinitatis)

„PIIILLLZ!“, hallt es vor uns auf dem Weg. Die Kinder haben wieder einen gefunden. „Der ist giftig!“, wird einhellig entschieden. Es geht weiter in den Wald. Der Boden ist schon voller Laub. Brauntöne wechseln sich ab. Vor den Augen ein großes rostbraunes Chaos. Irgendwo dazwischen müssen sie sein. Maronen und Steinpilze und was dabei noch Essbares gefunden werden kann. Ein herbstliches Ritual. Jedes Jahr aufs Neue schlagen wir uns ins Gebüsch und hoffen auf reiche Beute. Es ist ein Luxus, nicht darauf angewiesen zu sein, unbedingt etwas finden zu müssen. Wie reich die Pilzernte ausfällt, ist gar nicht so wichtig.

Am Sonntag feiern wir Erntedank. Der Altar in der Kirche wird wieder reich geschmückt sein. Da leuchtet es dann vorn in der Kirche in allen Farben: rote Äpfel, goldene Ähren, Kürbisse in leuchtendem Orange, grünes Gemüse, erdfarbene Kartoffeln und vieles mehr, womit sich die Erde in dieser Zeit schmückt. All das, was uns durch den Winter bringt. Was gesät und geerntet wurde. Wofür so viele hart gearbeitet haben. Was so vielen anderen von uns den Luxus schenkt, uns darum nicht sorgen zu müssen.

Erntedank ist so viel mehr: Es ist die Zeit Danke zu sagen für all die guten Sachen, die uns im Leben umgeben. Wir können Danke sagen für Familie und Freunde, für Partnerschaft und manch Erfolge und für Zufriedenheit. Wir können Danke sagen für den Wohlstand, den wir teilen können, für all das, was wir mehr haben als wir brauchen. Erntedank ist der Blick hinaus auf all die Gaben, die uns ermöglichen, das Leben auf Gottes Erde miteinander zu teilen.

„PIIILLLZ!“ Hallt es vor uns auf dem Weg. Die Kinder haben wieder einen gefunden. „Kann man den essen?“ „Ja, ein Steinpilz!“ Es gab schon größere, aber darauf kommt es nicht an. Was hier geerntet wird, ist etwas anderes. Was uns nebenher geschenkt wird, ist etwas anderes. Wir ernten mehr: Zeit mit Familie und Freunden. Gemeinsames Leben mit wundervollen Momenten, wo Gottes Welt ihren Platz hat in unserer Welt. So beschirmt er unser Leben, weil seine Liebe und seine Zeit ernten dürfen, die uns verbindet. All das eben, was einfach so im Leben auftaucht, wenn man nur genügend sucht. Wie die Pilze am Boden des Waldes.

Pastor Tobias Heyden
Ev.-luth. Kirchengemeinde Bienenbüttel

 

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!
Psalm 34,15

Tageslosung

Dienstag, 22. Oktober 2019
Elia sprach zu allem Volk: Kommt her zu mir! Und als alles Volk zu ihm trat, baute er den Altar des HERRN wieder auf, der zerbrochen war.
Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.


Copyright 2019 Ev.-luth. Kirchenkreis Uelzen. Alle Rechte vorbehalten.