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Alle sind an er Krippe willkommen

Wort zum Sonntag, 05.01.2020 (2. So n. Weihnachten)

Maria schreckt auf. Morsches Holz knarrt. Die klapprige Stall-Tür steht einen Spalt weit offen. Und Sternen-Licht fällt ins Stroh. Sie streckt die Hand aus, rüttelt Josef wach. Als Schatten hereintreten. Ob die Hirten zurück…? Nein: Diese Gäste riechen anders. Nicht nach Staub und Schweiß und Schafen. Und sie sehen fremd aus. Als kämen sie von sehr weit her. Vor der Krippe sinken sie auf die Knie. Und beten das Kind an.

Wir wissen nicht viel über jene nächtlichen Stall-Besucher, die wir die „Heiligen drei Könige“ nennen. Ihre Anzahl wird lediglich aus den drei Geschenken geschlossen: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Ihre Namen sind erst seit dem 6. Jahrhundert belegt. Und „Könige“ waren sie wohl auch nicht. Die alten Legenden sprechen eher von Sterndeutern oder Zauberern. Viele offene Fragen also.

Umso spannender ist, was im Laufe der Jahrhunderte aus diesen geheimnisvollen Gestalten wurde. Symbole nämlich. Mal stehen die Drei für verschiedene Lebensalter: Balthasar wird als Greis, Melchior als Mann in den besten Jahren und Caspar als Jüngling gezeichnet. Oder sie verkörpern die drei damals bekannten Weltteile: Asien, Europa und - deshalb wird einer oft mit dunkler Hautfarbe dargestellt - Afrika.

Die Botschaft ist dabei immer dieselbe: Alle Menschen, so verschieden sie auch sein mögen, sind an der Krippe willkommen. Vor Gott spielt all das, was uns so oft trennt, keine Rolle. Nicht das Alter, die Nationalität, Sprache oder Hautfarbe. Oder das, was einer kann oder besitzt. Alles Spaltende und Trennende verliert seine Relevanz. Im Stall von Bethlehem.

Es ist gut und notwendig, dass die uralte Geschichte uns am Beginn dieses Jahres daran erinnert. Weil es zuletzt ja oft genug anders war. Und eher die Spalter und Ausgrenzer den Ton angegeben haben. Ihren lauten, schlichten Parolen widerspricht Weihnachten. Und nimmt uns damit in die Pflicht.

Maria sieht ihnen nach, als sie auf ihren Kamelen davonziehen. Sie wundert sich sehr. Erst die Hirten. Nun diese geheimnisvollen Fremden. Sie wiegt ihren Sohn auf den Armen. Leise singt sie ihn in den Schlaf. „Wer wird wohl noch zu dir kommen?“, denkt Maria. Und spürt dabei: Egal wer kommt. Er, sie wird willkommen sein.

Ein gesegnetes, gesundes und frohes neues Jahr!
Florian Moitje, Pastor in St-Marien Uelzen und Veerßen

 

 

 

 

 

 

Tageslosung

Sonntag, 19. Januar 2020
2. Sonntag nach Epiphanias
Wenn sich der Ungerechte abkehrt von seiner Ungerechtigkeit, die er getan hat, und übt nun Recht und Gerechtigkeit, der wird sein Leben erhalten.
Paulus schreibt: Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin.


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