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Alle an einem Tisch

Wort zum Sonntag, 26.01.2020 (3. So. n. Epiphanias)

Der Tisch ist eine besondere kulturelle Erfindung. Auf dem Tisch steht, was wir zum Leben brauchen: Essen und Trinken. Um den Tisch versammeln sich Menschen. Und wer sich mit anderen zu Tisch setzt, erfährt Gemeinschaft. Alle an einem Tisch. Das kann die verschiedensten Menschen miteinander verbinden.

Der runde Tisch steht für die Beteiligung aller, für Versöhnung und Frieden. Die Zeit der Wiedervereinigung war die Zeit der runden Tische. Heute versucht man, Kriegsparteien an einen Tisch zu rufen, um über Waffenstillstandsabkommen zu beraten. Ein erster Schritt hin zum Frieden.

Aber manche Machthaber schlagen lieber mit der Faust auf den Tisch, statt sich an einen Tisch zu setzen. Andere reisen vorzeitig wieder ab, um ihr eigenes Süppchen zu kochen. Auslöffeln sollen es dann allerdings die anderen.

Was man in der Politik beklagen kann, spiegelt sich aber auch im alltäglichen Leben wieder. Die Esskultur verändert sich. Im Zeitalter von Fastfood, Fingerfood und Fertiggerichten soll alles schnell erwärmt und schnell verzehrt werden. Die Zeit, sich an einen Tisch zu setzen, ist da nicht mehr eingeplant. In welchem Haushalt gibt es noch einen Esstisch? Ein Tisch, an dem alle zusammen kommen. Wo das Essen nicht Nebensache wird: Neben Fernsehen, Smartphone und dem nächsten Termin. Und jeder nur für sich.

Bei den großen Festen und Familienfeiern ist es meist noch anders: Das Weihnachtsessen in großer Runde. Die ganze Familie an einem Tisch zusammen. Zeit für ein Gespräch und Gemeinschaft miteinander. In solcher Situation wird die Hoffnung und Sehnsucht deutlich: Was wäre, wenn alle an einem Tisch zusammen kämen?

Jesus nimmt diese alltägliche Erfahrung auf und überträgt sie auf die Gemeinschaft mit Gott. Gott selbst ist es, der den Tisch deckt, reichlich und täglich. Er tischt lauter Gutes auf. Seine Liebe und Freundlichkeit will er uns schmecken lassen. Er bittet zu Tisch. Dazu hat er seinen Sohn gesandt. Der lädt ein und spricht: „Kommt, denn es ist alles bereit!“ Und er schenkt uns eine große Vision, wenn er sagt: „Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“

Menschen aus allen Völkern und Kulturen an einem Tisch. Das geschieht schon jetzt jeden Sonntag in der Kirche. Menschen verschiedenster Herkunft versammeln sich um den Tisch Gottes, den Altar. Perser, Amerikaner, Deutsche und wo sie auch herkommen - alle an einem Tisch.

Das Reich Gottes ist mitten unter uns. Was im Gottesdienst der Kirche schon Wirklichkeit ist, können wir mit nach Hause tragen. Indem wir uns zu Tisch setzen, um miteinander zu sprechen, zu essen, Gemeinschaft zu erfahren. Mit einem Tischgebet wird diese Gemeinschaft am Tisch geöffnet auf die Gemeinschaft mit Gott hin.

Alle an einem Tisch und Gott in unserer Mitte. Das ist es, was Gottesdienst ausmacht. Der Tischkreis muss größer werden. Immer mehr Menschen sollen mit hineingenommen werden. Da kann man nicht alleine und zuhause bleiben. Durch seinen Sohn Jesus Christus bittet Gott zu Tisch. Aus Ost und West und Nord und Süd, im Reich Gottes werden sie alle an einem Tisch sitzen. Das ist Hoffnung für die Welt.

Pastor Andreas Eisen
Christus-Gemeinde Nettelkamp und Zionsgemeinde Klein Süstedt
Selbständige Ev.-Lutherische Kirche


 

 

Tageslosung

Freitag, 14. August 2020
Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.


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