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Was ist wichtig?

Wort zum Sonntag, 02.02.2020 (Letzter So. n. Trinitatis)

Was ist eigentlich wichtig? Kommt Ihnen diese Frage auch manchmal in den Sinn? Welche Antwort geben Sie darauf?

Was ist eigentlich wichtig? – Bereits im Kindergottesdienst begegnete mir die in einen Liedvers gefasste Bitte: „dass uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine“. Doch was ist groß? Was ist wesentlich und von Bedeutung für mich und andere? Woher weiß ich denn, was sinvolles Leben ist, wofür es alle Kräfte einzusetzen lohnt? „Wohin sollen wir gehen, sag uns wohin? So viele Termine: welcher ist wichtig? So viel Parolen: welche ist richtig? So viel Gedanken: welcher ist wichtig? So viel Beweise: welcher ist richtig?“, fragt der katholische Priester Lothar Zenetti. Wenn ich der Frage nach dem Wichtigsten im Leben Raum gebe, erfahre ich oft erst recht Verwirrung in mir und um mich herum.

Die Bibel sagt mir: Die Orientierungslosigkeit in der Welt hat damit begonnen, dass der Mensch die Richtungsangaben Gottes für sein Leben überhörte und seither beharrlich missachtet. Die Frage Gottes – „Mensch, wo bist du?“ – bleibt ohne Antwort. Darum ist es auch kein Wunder, dass die andere, nach dem Brudermord gestellte Frage Gottes – „Wo ist dein Bruder Abel?“ – zurückgewiesen wird mit der Gegenfrage: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ Seit wir Menschen auf die doppelte Verantwortung Gott und den Mitmenschen gegenüber verzichtet haben, leiden wir darunter, nicht mehr zu wissen, was wichtig ist.

Was ist eigentlich wichtig? Wenn wir dieser Frage nachsinnen, dann würden wir ja vielleicht bemerken, dass Gott uns längst entgegengekommen ist in das Chaos unserer Gefühle und Gedanken. In Jesus Christus nämlich hat Gott ein für allemal – auch für heute – nicht nur gesagt, sondern gelebt, dass er für uns da ist, dass er uns Menschen gut ist.

Wichtig wäre dann für mich, dass ich heute für seine Anwesenheit, seine Nähe offen bin, dass ich mich den Tag über immer einmal wieder – bewusst oder unbewusst – an ihn erinnere und ihm die Antwort gebe, in der mein Leben Grund und Orientierung findet: „Da bin ich, Gott, rede du.“

Wenn ich mich Gott öffne, brauche ich nicht zu fürchten, ich käme zu kurz. Warum nicht die Bibel aufschlagen und den 23. Psalm lesen? „Der Herr ist mein Hirte.“ Der Mülheimer Dichter Gerhard Tersteegen hat die Frage, was wichtig ist, verändert in die andere: Wer ist wichtig für mich? Er hat seine Antwort in ein kurzes Gebet gefasst: „Dass du mich stets umgibest, dass du mich herzlich liebest, lass früh und spät mir wichtig sein.“

Pastor Armin Sauer
Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Petri Uelzen

 

Tageslosung

Freitag, 14. August 2020
Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.


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