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Wunderbar!

Wort zum Sonntag, 09.02.2020 (3. So. v. d. Passionszeit)

Es gibt Zeiten, da geht nichts voran. Vor der Tür ist grauer Winter. Im eigenen Empfinden auch. In den Nachrichten folgt eine Katastrophenmeldung nach der anderen. Angst baut sich auf wie ein unüberwindbarer Berg.  Alles, was selbst zu unternehmen wäre, um die Welt vor der selbstgemachten Zerstörung zu bewahren, erscheint zu groß. Alle Hoffnung, alles Vertrauen in die menschlichen Möglichkeiten wird fraglich – und Gott ganz fern.

Sehe ich ein neugeborenes Baby, kann ich mir kaum vorstellen, wie es einmal laufen und die Welt entdecken, benennen und gestalten wird. Und doch geschieht es: Jedes Kind, sofern es nicht krank ist, lernt laufen. Es lernt es fast wie von selbst – und entdeckt dabei die Welt und verhält sich zu ihr. 

 

Bei den Kindern ist es die nahe Beziehung zu Menschen, denen sie vertrauen können und die ihnen etwas zutrauen. Liebevolle Eltern, Großeltern, die sie ermutigen. Der warme Unterton, mit dem sie aufgefordert werden, und die ersten Schritte zu wagen, auch wenn der kleine Körper noch schwankt.

Ganz wichtig dabei ist die Ermutigung: Du kannst das. Deine Beine schaffen das. Du hast die Kraft in dir. Und irgendwann ist dann so weit und sie wagen die ersten Schritte und laufen los, erst noch wackelig und dann immer sicherer.  Und entdecken die Blumen und Kräuter im Garten, die verschiedenen Vögel in den Bäumen, das Rauschen der unterschiedlichen Blätter, die Sonnenstrahlen und den Regenbogen. Und gehen irgendwann auch damit um, mal liebevoll, mal ruppig und zerstörerisch, angewiesen auf Menschen, die ihnen Achtung vor Gott und seiner Schöpfung – und Liebe zu allem, was lebendig ist, zeigen.

Ich erlebe das mit unserem Enkelkind noch einmal ganz neu. Wenn ich mich auf so ein kleines Menschenkind einlasse, lerne ich großes Menschenkind das Staunen über das Wunder des Lebens selbst neu und Respekt und Achtung gegenüber der Natur und der ganzen Schöpfung. Und stelle mir jetzt vor, wie ich mich mit ihm mitten auf den Wochenmarkt stelle und wir beide rufen: „Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist mit seinem Tun an den Menschenkindern.“ (Wochenspruch: Psalm 66,5).

Wenn wir Menschen unsere Augen dafür öffnen und sehen, wie wunderbar alles geschaffen ist, die Menschenkinder hier und überall auf der Welt und die ganze Schöpfung, müssen wir doch sorgsam respektvoll und achtsam damit umgehen und das, was uns persönlich möglich ist, tun. Das wird Kreise ziehen. – Auch wenn es mir in diesen Tagen manchmal unmöglich erscheint, halte ich daran fest. Ich weiß: Ich bin dabei nicht allein. Gott hat mir kleine und große Menschenkinder schon längst zur Seite gestellt, miteinander die notwendigen Schritte zu gehen.

Pastorin Birgit Hagen
Klinikseelsorge im Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen

 

 

Tageslosung

Montag, 17. Februar 2020
Es werden sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden.
Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.


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