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Alles ist anders

Wort zum Sonntag, 22.03.2020 (4. So. d. Passionszeit)

Alles ist anders. Die Tür ist zu. Sonst ist sie es nicht um diese Zeit. An vielen Sonntagen ist es ihr Weg. Und dann steht die große schwere Tür weit offen. Sie lädt ein in die Kirche – durch die Tür in einen weiten Raum. Sie schafft es nicht immer. Aber heute hätte sie es gebraucht. Die Musik, das Gebet, eine Predigt. Wohltuende Worte. Manchmal aus der Zeit gefallen, aber heute hätte es gut getan.

Alles ist anders. Die Straßen sind auch leerer. Sonst ist mehr los. Mehr Autos, die ihre Menschen zu den Verwandten und Freunden bringen an diesem Tag. Mehr Menschen, die ihren Wocheneinkauf erledigen. Heute nicht. Die Straße ist stiller. Besuche gehen gerade nicht. Es ist eine merkwürdige Stimmung.

Alles ist anders. Wieder zu Hause angekommen öffnet sie das Fenster. Die Vögel scheint das alles nicht zu interessieren. Sie freuen sich über den Frühling und folgen ihrer eigenen Zeit. In der Ferne das Rauschen eines Zuges – irgendwie wirkt es, als ob die Bahnschienen näher gerückt sind.

Alles ist anders. Vielen geht es so. Es ist eine andere Zeit. Die Welt scheint das nicht zu interessieren. Langsam wird sie grüner. Die ersten Knospen zeigen sich. Zartes Grün schmückt die Äste der Bäume und Büsche. Die Blumen brechen sich ihren Weg durch die obere Erdkruste. Die Natur erwacht zu vollem Leben, während es um uns gerade ruhiger wird.

Vielen geht es so. Darin sind wir uns alle nahe. Es ist gerade das Gebot der Stunde sich zurückzuziehen. Zumindest räumlich ganz bei sich zu bleiben. Das fällt schwer. Es entspricht so gar nicht dem, was wir sonst um diese Zeit tun würden. Die Sonne genießen. Sich draußen mit Freunden und Familie treffen. Wir ziehen uns zurück, damit wir alle gut durch diese besondere Zeit kommen. Viele Läden können nicht öffnen. Viele Umarmungen bleiben aus. Viele Orte haben geschlossen. Die Kirchen sind zu. In manchen Fenstern brennen Kerzen. Gebetet wird für sich allein.

Vielen geht es so. Darin sind wir uns alle nahe. Weil wir doch oft das gleiche tun. Ein Gebet in der Stille. Ein kurzer Moment. Ein gelesenes Wort. Jetzt in der Zeitung. Später vielleicht ein Gruß aus der Kirche bei Instagram oder per WhatsApp. Ein kurzer Gottesdienst morgen zum Hören auf der Seite der Kirchengemeinde.

Alles ist anders. Trotzdem sind wir uns nah. Weil wir aneinander denken und Sie nicht vergessen, auch wenn wir uns nicht sehen.

Pastor Tobias Heyden,
Ev.-luth. Kirchengemeinden St. Michaelis Bienenbüttel,
St. Mauritius Altenmedingen und St. Georg Wichmannsburg


 

 

Tageslosung

Dienstag, 31. März 2020
Jene, die fern sind, werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.
Durch Jesus Christus werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.


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