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Hochmut – Demut

Wort zum Sonntag, 06.09.2020 (13. So. n. Trinitatis)

Stolz wie Bolle war ich, als ich in der 6. Klasse ins Leichtathletikteam kam. Ich war halt etwas schneller gewachsen als die anderen. Stolz auf eine echte eigene Leistung war also nicht angebracht. Was kann man schon dafür, wie oder auch wo man geboren ist? Der Stolz auf eigene Herkunft, Nationalität, auf Bildung oder vieles andere ist ein Hochmut, der unglaublich viele Menschen dazu bringt, sich selbst mehr Wert als anderen einzuräumen. Verrückt, oder?

Auch Christen, die es eigentlich besser wissen müssten, können das gut: Sich selbst für wichtiger und besser halten als andere, nicht nur, was die Konfession angeht. Jesus erzählt mal von dem frommen Mann, der frecherweise sogar so betet: „Danke, Gott, dass ich besser bin als der da drüben.“ Doch so einem Hochmut tritt Gott deutlich entgegen: „Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen schenkt er Gnade“, sagt die Bibel. Oder auch: Du willst auf etwas stolz sein? Bitte nicht auf Weisheit, Besitz oder Macht! Sondern höchstens, dass du Gott kennst und ihm dienst!

Als Jesu Familie einmal durch ihre Verwandtschaft Vorteile haben will, zeigt Jesus, dass es so nicht läuft: „Meine Mutter und meine Geschwister, das sind alle die, die Gottes Willen tun!“ Damit hebt Jesus das Ansehen der Menschen, die ihm zuhören und auch versuchen, das anzuwenden. Familie zählt hier mal nicht: Man ist nicht automatisch Christ, wenn man christliche Eltern hat. Alles, was Jesus verspricht – Vergebung unserer Schuld, neue Würde, Chancen für Neuanfang, lebenslange Begleitung, ewiges Leben – ist alles nicht vererbbar. Stattdessen: Selbst entscheiden, ob Du Gottes Gnade annimmst und Dich von Jesus retten lassen, Deinen Stolz ablegen und zugeben willst, dass du Gnade nötig hast und deshalb zur Familie Gottes gehören darfst. Dein Wert ergibt sich nicht aus dem, was Du leistest, sondern aus dem, wer Dich liebt. Und wer weiß, dass er selbst aus Gnade gerettet ist, kann ja nicht besser sein als jemand anderes, der diese Gnade auch nötig hat. Trotzdem darf ich auch mal stolz sein darauf, wenn mir etwas gelungen ist. Weil ich weiß: Meinen wirklichen Wert muss ich mir nicht verdienen, sondern den bekomme ich von Gott geschenkt.

Pastor Thomas Schulze
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Uelzen

 

Tageslosung

Samstag, 19. September 2020
Gott ist weise und mächtig; wer stellte sich ihm entgegen und blieb unversehrt?
Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug.


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