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Liebe bewegt!

Wort zum Sonntag, 11.10.2020 (18. So. n. Trinitatis)

Rund und prall in leuchtenden Farben begegnen sie uns im Moment überall: Kürbisse in vielfältigen Formen und Farben im Licht der milden Sonne. Auf den Wochenmärkten liegen sie, verlockend zum Einkauf in Hofeinfahrten, zur Dekoration vor Haustüren. Fasziniert schaue ich immer wieder hin. So viele unterschiedliche Farben und Formen, dicht an dicht – welche Fülle. Langsam sind sie herangereift, an langen Ranken, geschützt von großen Blättern, versorgt von starken Wurzeln. Diese geben Nahrung und Kraft.

Wie ein Bild des Lebens erscheinen sie mir, diese Pflanzen mit reicher Frucht. Gut versorgt, langsam gewachsen und gereift, im Wechsel von Sonne, Wind und Regen.

Ich habe Menschen vor Augen, gereift und gewachsen an ihren Aufgaben, ganz bei sich und tätig für andere. Auch in Corona-Zeiten haben sie Wege gefunden, für andere da zu sein. Auf Distanz und doch ganz nah mit Wärme im Herzen und innerlich auf festem Grund. Sie leben das Gebot der Nächstenliebe, das uns Jesus mit auf den Weg gegeben hat. Ob an den Betten von Alten und Kranken, ob in der Familie, in Kindergärten und Schulen, in der Nachbarschaft oder ganz einfach mit einem offenen Ohr für die Menschen, die ihnen begegnen. Da braucht es nicht viele Worte.

„Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.“ So steht es über diesem Sonntag. Gottes Gebot ist Liebe. Also das Schönste, was es in der Welt gibt – und manchmal auch das Anstrengendste. Aber auch Anstrengung kann Liebe sein. Liebe zeigt sich im Tun, erschöpft sich nicht in schönen Worten. Liebe in Wort und Tat lässt aufhorchen, gerade auch in diesen unruhigen und ungewissen Zeiten. Liebe stellt sich friedlich gegen Ungeduld, Verleumdung und Hass. Ist nah bei den Menschen.

„Gott, mach mich zum Werkzeug deines Friedens, dass ich Liebe übe , wo man sich hasst, dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt, dass ich verbinde da, wo Streit ist, dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht, dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt, dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält, dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert, dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt …“ so heißt es in einem alten Friedensgebet, das Franz von Assisi zugeschrieben wird.

Liebe verändert die Welt zum Guten. Überall, wo Menschen Gottes Liebe im Herzen haben, geschehen die kleinen Wunder des Alltags, zaubern sie Betrübten ein Lächeln auf die Lippen, Frieden ins Herz, ein Glänzen ins Gesicht – schön, wie die leuchtenden Farben der Kürbisse in der Herbstsonne.

Pastor Hermann-Georg Meyer
Ev.-luth. Gesamtkirchengemeinde Bevensen-Medingen

 

Tageslosung

Samstag, 31. Oktober 2020
Reformationstag
Ich will des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.
Am Morgen, noch vor Tage, stand Jesus auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort.


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