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Von guten Mächten wunderbar geborgen

Wort zum Sonntag, 10.01.2021 (1. So. n. Epiphanias)

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.“ Dieses Lied schrieb der Theologe und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer Silvester 1944. Er war damals im Gestapogefängnis in Berlin inhaftiert und vor ihm lag eine ungewisse Zeit. Mit diesen Worten wollte er seiner Familie und sich Trost und Zuversicht schenken.

Zu Beginn des neuen Jahres blicken wir zurück auf eine ungewöhnliche Zeit, die aufgrund der Corona-Pandemie für jede und jeden mit Herausforderungen und Einschränkungen verbunden war.

Unbefangene Kontakte wie einander die Hand geben, sich umarmen, miteinander essen gehen oder gar tanzen waren nicht möglich. Neue Regeln veränderten das Miteinander. Langfristige Planungen waren schwierig und große Unsicherheiten bestimmten und bestimmen immer noch das Leben.

Wie geht es weiter mit dem Betrieb? Wie kann ich meinen Beruf so ausüben, dass ich weder andere noch mich gefährde? Phantasie ist gefragt, um mit der neuen Situation umzugehen. Und bei allem bleibt die Sorge um die Gesundheit, besonders der Eltern und Großeltern.

Da fällt es schwer, auch Gutes in dieser Zeit zu entdecken. So wie die Belastungen für jede und jeden unterschiedlich sind, so ist es vielleicht auch mit den Lichtblicken. Ich z. B. genieße es, mehr Zeit zum Lesen zu haben und freue mich, dass ich bei Spaziergängen in der Umgebung neue und schöne Wege entdeckt habe. Doch die Ambivalenz bleibt.

Vieles ist anders geworden und wird auch weiterhin anders bleiben, denn das Virus hat noch nicht an Dynamik verloren. Der Lock-Down wird fortgesetzt und das ist richtig und wichtig. Ein langer Atem ist nötig und Worte, die trösten und Zuversicht schenken wie die Worte von Dietrich Bonhoeffer: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Christine Ehlbeck,
Krankenhausseelsorgerin am Helios-Klinikum in Uelzen
und Pastoralpsychologin im Sprengel Lüneburg

 

Tageslosung

Dienstag, 26. Januar 2021
Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?
Jesus spricht: Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!


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