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Was treibt mich an?

Wort zum Sonntag, 21.02.2021 (1. So. d. Passionszeit)

Verführerisch liegt sie da. Mein Blick ist fest auf sie gerichtet. Meine Gedanken drehen sich nur um sie. Wann ist es endlich soweit, wann kann ich sie mit eigenen Händen anfassen, wann auskosten?

Sie, die Schokolade. Sie, die Zigarette. Sie, die Flasche Wein. Vieles kann „Sie“ sein. Sie, das schicke Auto, das ich mir gar nicht leisten kann. Sie, der attraktive Mann meiner Nachbarin. Sie, die Lüge, die mich unschuldig dastehen lässt. Sie, das Lästern, das mich groß und die andere klein macht. Sie, die Steuererklärung, die sich noch etwas aufhübschen lässt.

Unverfroren liegt sie da, die Versuchung und fragt mich: „Na, kannst du widerstehen? Schau doch, das Glück, das ich dir verspreche.“

Am Mittwoch hat die Fastenzeit begonnen, eine Zeit zum Verzichten, der Versuchung widerstehen. Meist sind es die kleineren Versuchungen, die in der Fastenzeit in den Blick kommen, z. B. sieben Wochen ohne Schokolode.

Nach seiner Taufe geht Jesus 40 Tage in die Wüste und fastet. Nach dieser Zeit sieht er sich mehreren Versuchungen gegenüber: Er könne durch große Taten glänzen und Steine in Brot verwandeln. Jesus widersteht. Er könne absichtlich von einer Mauer springen und Gottes Treue testen. Jesus widersteht. Er könne Macht und Reichtum bekommen und König werden. Jesus widersteht. – Er entgegnet: „Der HERR ist mein Gott, ihm will ich dienen.“

Für Jesus ist es logischer, ein Leben für und mit Gott zu führen, als für Ansehen, Macht und Geld. Vermutlich erinnert er sich auch noch an seine Taufe vor 40 Tagen, als Gott zu ihm sagte: „Du bist mein geliebter Sohn.“ In der Beziehung mit Gott, dem Vater, erlebt Jesus all das, was die Versuchungen ihm versprechen wollten. Von Gott bekommt er Ansehen, denn er sagt: „Ich liebe dich“. Von Gott bekommt er Anteil an seiner Macht und darf miterleben, wie Gott in seinem Leben wirkt. Von Gott bekommt er genug, um sein Leben zu leben.

Vielleicht kann diese Fastenzeit auch für mich eine Zeit sein zum neu Hinschauen: entdecken, wo ich versucht werde und was mich de facto leitet. Dann Besinnen: Wie will ich es eigentlich haben, was soll mich antreiben? Vielleicht ist das Versprechen von Gott an Jesus auch was für mich. „Du bist mein geliebtes Kind.“ Wenn ja, wie verändert das mein Leben und meinen Alltag?

Pastorin Ann-Kathrin Averbeck,
St. Marien Eimke und St. Michaelis Gerdau

 

 

Tageslosung

Montag, 01. März 2021
Jakob sprach zu Josef: Geh hin und sieh, ob?s gut steht um deine Brüder und um das Vieh.
Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.


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