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Vergänglichkeit und Neuanfang

Wort zum Sonntag, 07.11.2021 (Drittletzter So. im Kirchenjahr)

Wenn im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen, denke ich mit Wehmut an den Frühling und an den Sommer. Im Frühling erwacht die Natur zu neuem Leben. Im Sommer zeigt sie sich in voller, üppiger Pracht. – Doch nun, im Herbst, fallen die Blätter. Bäume und Sträucher werden immer kahler. Die Tage werden kürzer. Die Temperaturen fallen. Nebel steigt am Morgen auf. Und im November erwartet uns mancher Tag, an dem das Licht der Sonne sich kaum gegen die Dunkelheit behaupten kann.

Und wie als Zugabe gibt es in dieser dunklen Jahreszeit auch noch die dunklen Feiertage: Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Totensonntag (Ewigkeitssonntag). Ich werde immer wieder mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert.

Bei einer warmen Tasse Tee am Kaminfeuer wandern die Gedanken in das eigene Leben. Und in dieser Jahreszeit, wenn sich die Natur zur Ruhe legt, kann auch ich Themen an mich heranlassen, die ich an einem warmen lauen Sommerabend nicht denken würde.

Ich denke an Menschen, die vor mir gegangen sind. Verwandte, Freunde, Bekannte, Kollegen. Und ich denke an so manches Schicksal, das mir im zurückliegenden Jahr begegnet ist, mich berührt hat – wo ein Mensch aus meiner Sicht viel zu früh gehen musste.

Ich denke an die Endlichkeit des Lebens. An die Endlichkeit meines eigenen Lebens. Ich kann darüber nachdenken, weil mir der Tod Woche für Woche begegnet. Und ich bei jeder Beerdigung versuche Worte der Hoffnung zu finden.

Tief in mir selbst trage ich diese Hoffnung, dass mit dem Tod nicht alles aus und vorbei ist. Ich vertraue fest auf ein Leben nach diesem Leben – auf ewiges Leben.

Die Natur macht mir das Jahr für Jahr auf schöne Weise deutlich. Jetzt fallen die Blätter. Bäume und Sträucher erscheinen fast wie tot. Und doch werden sie im Frühling zu neuem Leben erwachen. Jetzt kaum vorstellbar. Doch dann wird es Wirklichkeit sein.

Und so vertraue ich, dass es nach diesem Leben einen neuen Anfang geben wird – in einer neuen Welt. Ich finde, das ist gerade jetzt angesichts fallender Blätter ein tröstlicher Gedanke.

Christoph Siedersleben,
Pastor in Lehmke-Wieren und Nettelkamp

 

 

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