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Bruchstücke zusammengefügt

Wort zum Sonntag, 21.11.2021 (Ewigkeitssonntag)

Der Ewigkeitssonntag im November, auch Totensonntag genannt, ist dem Andenken an die Verstorbenen gewidmet. Er gehört in unserem Land zu den „stillen Feiertagen“, die durch staatliche Gesetze besonders geschützt sind.

Christen gedenken am Ewigkeitssonntag der Verstorbenen im Bewusstsein auf ein Leben nach dem Tod. In den Gottesdiensten werden die verstorbenen Gemeindeglieder der letzten 12 Monate namentlich genannt, Kerzen für sie angezündet und mit den Angehörigen in das Fürbittengebet aufgenommen.

Neben dem Totengedenken wird in vielen Gottesdiensten auch zu einem bewussteren Umgang mit der Lebenszeit ermutigt. Der Gedenktag geht auf die Reformationszeit zurück. Mit dem Ewigkeitssonntag endet das Kirchenjahr, das am darauffolgenden Sonntag mit dem 1. Advent neu beginnt.

Der Ewigkeitssonntag gehört in den evangelischen Gemeinden zu den „besonderen Gottesdiensten“. Für viele ist er eine wichtige Station auf dem Trauerweg bzw. im Totengedenken.

„Siehe, ich mache alles neu“, sagt Gott. So steht es ganz am Ende der Bibel im Buch der Offenbarung des Johannes (Offenbarung 21, 5). Irgendwann wird es keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Tränen. Nichts wird mehr sein, wie es einmal war: nicht der Himmel und auch nicht die Erde.

Ich frage mich, was ist dann mit mir? Werde ich dann auch neu? Wie wird das aussehen? Was bleibt dann noch übrig von meinem Leben? Bruchstücke?

In Japan gibt es ein altes Handwerk, um zerbrochenes Porzellan oder Keramik zu reparieren. Es heißt Kintsugi – auf Deutsch: Goldreparatur. Behutsam setzt der Kintsugi-Künstler das Zerbrochene wieder zusammen. Danach überzieht er oder sie die Bruchstellen mit einem Lack, in den vorher Goldstaub gemischt wurde. Auf diese Weise entsteht auf dem Werkstück ein Netz glänzender, deutlich sichtbarer Linien.

Mir gefällt das. Es erinnert mich an einen anderen Satz aus der Bibel: „Gott heilt die, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.“ (Psalm 147, 3) Ich stelle mir vor: Wie ein Kintsugi-Künstler fügt Gott am Ende aller Zeit die Bruchstücke meines Lebens zusammen. Er überzieht sie mit einem goldenen Schimmer. Am Ende schaut er dann zufrieden auf sein Werk und sagt: „Siehe, ich mache alles neu.“

Pastor Armin Sauer,
Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Petri Uelzen


 

 

Tageslosung

Freitag, 03. Dezember 2021
Als der Pharao sah, dass Regen, Donner und Hagel aufhörten, versündigte er sich weiter und verhärtete sein Herz.
Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr leitet?


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