EXAUDI: Das ist keine Auto-Werbung!


Wort zum Sonntag, 29.05.2022 (6. So. n. Ostern, Exaudi)

von Pastor Mathias Dittmar, Suderburg
Mathias Dittmar (Foto: privat)

In diesem Jahr fällt der letzte Sonntag der Osterzeit auf das letzte Maiwochenende. Diese Osterzeit hatte es in sich. Man spricht von Zeitenwende und meint einen grausamen Krieg, der einem dieses Mal nicht gleichgültig ist, weil er neben unsäglichem Leid, das alle Kriege erzeugen, vor Augen führt, dass man jahrelang den falschen Rubel rollen ließ.

Die Bedrohung der Lebensgrundlagen durch den Klimawandel gerät dabei in Vergessenheit, wenn sie je ernsthaft im Bewusstsein war. Die Klimakatastrophe rutscht auf der Tagesordnung nach hinten.

Doch vergessen wir einmal die globalen Herausforderungen der Menschheit für einen kleinen Moment. Es gibt noch genügend regionale: „EXAUDI, HÖRE!“

Da hörte man zum Beispiel kurz vor Ostern von der „K-Woche“. K wie „keine Ahnung“ oder „kann mir doch egal sein“? Oder man hörte in einem „Gottesdienst“ an einem Ort, der sich selbst als ein Friedensort bezeichnet, an dem soziales Engagement, Spiritualität und Nachhaltigkeit einander die Hand reichen, sinngemäß, dass Kirche und Vereine überflüssig seien und dass die meisten der Anwesenden eh nicht an Gott glaubten. – Spiritualität? Oh komm, Du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein, wo Unglaube und Torheit sich brüsten!

Und mittendrin in dieser Zeit gibt es einen kirchlichen Auftrag. Nein, nicht Trost und Zuversicht und Lebenshoffnung zu spenden, mit den Kräften, die der Geist Gottes uns für diese Aufgabe schenkt, sondern Hunderttausende von Euros einzusparen, um dem selbsterklärten Relevanzverlust von Kirche Rechnung zu tragen. „Wir sparen, koste es, was es wolle!“ Dieser Satz hat Tradition.

Der Sonntagsname EXAUDI bezieht sich auf den 27. Psalm. „HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und antworte mir!“ – Angerufen sind nicht wir, sondern Gott. Das setzt noch einen Funken Gottvertrauen voraus, sonst würde er gar nicht ausgesprochen werden.

Bereits der Anfang des Psalms verbreitet Zuversicht: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten?“ – Hier atmet der Geist der Osterzeit mitten in Krieg und Terror, Unglauben und Torheit. Und mittendrin im unerhörten Leid dieser Welt heißt es damals wie heute: „Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen.“ – DAS hört sich gut an in bösen Zeiten!

Pastor Mathias Dittmar,
​Ev.-luth. Kirchengemeinde Suderburg