Weiter wie bisher?


Wort zum Sonntag, 12.06.2022 (Trinitatis)

von Thomas Wollrath, Schulpastor (BBS II Uelzen)
Thomas Wollrath (Foto: Jens Schulze)

Man sieht sie ja jetzt schon häufiger, die Autos mit Elektroantrieb. Klingt gut und  umweltbewusst, mit Elektroautos in die Zukunft zu rollen. Doch reicht das, wenn sich meine Einstellung zur Umwelt nicht grundsätzlich ändert?

Neue Berechnungen der Klimaforscher besagen: Wir werden das Klimaziel, die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius wahrscheinlich nicht schaffen. Es dauert einfach länger, bis sich die Gewohnheiten der Menschen im Umgang mit Ressourcen ändern. Und nun gibt es  auch noch einen Krieg.

Was können wir tun als Christinnen und Christen, die wir die Schöpfung Gottes lieben, respektieren und vor allem bewahren wollen? – Klare Spielregeln müssen her, was ökologisch noch geht und was ein wirkliches Foul ist gegenüber der Natur.

Als erstes muss sich unsere grundsätzliche Haltung ändern. Da hilft ein Blick in die Bibel: Hier werden Pflanzen, Tiere, die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde „Mitgeschöpfe“ genannt. Es sind  keine Dinge, sie haben einen Wert. Und sie sind – wie wir Menschen – sogar zum Lobpreis Gottes aufgerufen: „Alles, was atmet, lobe den Herrn“, wird im 150. Psalm gesungen. Alles also, was lebt und Luft holt, ist auf spirituelle Weise mit und durch Gott fast gleichberechtigt miteinander verbunden. Das könnte Kraft, Verantwortung und den Willen zum Umdenken der eigenen Einstellung zum Verbrauch von Ressourcen geben.

Was kann noch getan werden? – Also meine Familie und ich versuchen z. B. weniger Müll zu produzieren, regional produzierte Lebensmittel zu kaufen und weniger Fleisch zu essen. Wir bleiben am Thema dran und stehen dafür ein, auch wenn es manchmal etwas mühsam ist. Wir fahren definitiv weniger Auto (übrigens auch wegen Herrn Putin) und möglicherweise auch irgendwann ein Elektroauto. Dabei versuchen wir uns an ein imaginäres Tempolimit zu halten. Wir sind dabei, unsere Heizgewohnheiten zu ändern ...

Es gibt so viel zu tun, wenn man zur Veränderung seines Handelns bereit ist. Dabei entdecke ich immer wieder neue Möglichkeiten, die Ressourcen der Erde  zu schonen.

Wie schön ist es doch, dann am Ende eines Tages in einen wunderschönen Sonnenuntergang zu schauen und zu beten: Gott, wie schön ist deine – unsere – Erde!

Thomas Wollrath,
Schulpastor und -seelsorger (BBS II Uelzen)