Frieden ist schwer


Wort zum Sonntag, 10.07.2022 (4. So. n. Trinitatis)

von Pastor Henning Hoffmann, Freie Evangelische Gemeinde Uelzen
Pastor Henning Hoffmann, FEG Uelzen (Foto: privat)

Von dem russischen Kinderbuchautor Marschak wir folgende Geschichte erzählt: Er beobachtete einmal sechs- bis siebenjährige Kinder beim Spielen. Nach einer Weile wollte er von ihnen wissen: „Was spielt ihr da eigentlich?“ „Oh, wir spielen Krieg“, antworteten sie ihm. Der Kinderbuchautor sagte darauf zu ihnen: „Wisst ihr eigentlich, wie schlimm Krieg ist? Spielt doch lieber einmal Frieden.“ „Au ja, das ist gut“, riefen die Kinder. Doch dann wurde es plötzlich still.
Die Kinder steckten ihre Köpfe zusammen, tuschelten miteinander, bis einer aus ihrer Mitte sich ein Herz fasste und auf Marschak zuging. „Du, wir haben eine Frage an dich“, sagte er unsicher. „Kannst du uns sagen, wie man Frieden spielt?“

Frieden ist schwer – zu schwer für uns Menschen. Frieden beginnt als Frieden in uns und mit uns selber.

Ohne persönlichen Frieden gibt es auch nur schwierig Frieden in der Welt. Dieser persönliche Frieden, der anhält, der Leben verändert, beginnt nur mit Gott durch Jesus Christus. ER ist unser Friede! So kann Jesus dann in der Bergpredigt zu uns sagen (Matthäus 5,9): „Freuen dürfen sich alle, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Haben Sie eine Idee, wie Sie gerade heute zum Frieden in Ihrer Familie, an Ihrem Arbeitsplatz oder unter Ihren Freunden beitragen können? Gerade in diesen Tagen zeigt sich, wie fragil Frieden ist, und vor allem, wie schwierig es ist, in Konfliktsituationen deeskalierend zu wirken und Lösungen zu finden.

Im Gebetshaus Lüneburger Heide beten wir regelmäßig für die Menschen in den Krisengebieten, für die politischen Entscheidungsträger und für eine wachsende Bereitschaft, soziale Verantwortung zu übernehmen. 

Wenn wir durch Christus Frieden finden mit Gott, hat das ganz konkrete, praktische Auswirkungen in unserem Leben. Dann können wir mit den Worten beten, die Franz von Assisi zugeschrieben werden:
„Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt; 
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht; 
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt; 
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält; 
dass ich Licht entzünde, wo die Finsternis regiert; 
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.“

Henning Hoffmann
Pastor, Leiter des Gebetshauses Lüneburger Heide e. V.