Mit Gottes Hilfe


Wort zum Sonntag, 06.11.2022 (Drittletzter So. im Kirchenjahr)

von Jürgen Trumann, Vorstandsmitglied der Freien Christengemeinde KRAFTSTROM
Jürgen Trumann (Foto: privat)

Die Anfrage kam überraschend: Ein Wort zum Sonntag – mit etwa zweitausenddreihundert Zeichen. Auch als „Sprach-Akrobat“ und -Liebhaber ist mir ein Wort von solcher Länge noch nicht untergekommen, war der erste Gedanke. Trumann tickt so. 

„Mit Gottes Hilfe will ich mein Bestes tun...“ Das als christlicher Pfadfinder vielhundertfach aufgesagte Versprechen, war in diesem Zusammenhang der nächste, sinnvollere Gedanke.

Dann die Erinnerung an Jesu Worte für seine Nachfolger: „Sorgt euch nicht, was ihr sagen oder wie ihr antworten sollt. Es wird euch zu der Stunde gegeben werden.“ Ein sehr nützlicher Hinweis, wenn man darauf vertraut.

Einer Asylbewerberin, des Deutschen eh nicht besonders mächtig, war dieser Zuspruch kurz vor ihrer gerichtlichen Anhörung zum Bleiberecht vor ein paar Jahren eine regelrechte Erlösung von ihrer Angst, die sie bis dahin fast völlig verstummen ließ. So fand sie Mut sich zu äußern und Gnade, muss man sagen, bei der Richterin. Sie darf bleiben.

Ein Anti-Sorgen-Wort aus der Bergpredigt, „Euer Vater weiß, was ihr nötig habt, bevor ihr ihn bittet“, begleitet mich seit meiner Taufe und hat sich ungezählte Male als zutreffend erwiesen. Vor ein paar Jahren ist „Sei getrost“ dazu gekommen, das immer wieder, in unangenehmen bis riskanten Situationen, tatsächlich tröstend auf meine Seele wirkt.
Zuletzt geschehen, als nach zwei Tagen die Frage aufkam, wo ich mein Fahrrad gelassen haben mag, das nicht, wie erwartet, auf dem Hof stand. Die Sorge darum, die sich auf einmal einstellte, war so spät eigentlich unnütz, aber wohl normal. Doch „Sei getrost“ fand sich im Hinterkopf ein und bestätigte sich: Das Rad stand unbeschädigt neben der Sankt-Marien-Kirche, wo ich es am Reformationstag vergessen hatte.

„Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Wer mit Kirche oder Synagoge je in Berührung kam, wird nicht an diesem Psalm Davids vorbeigekommen sein. – Aber im wahrsten und eigentlichen Sinne kommt es darauf an: Wer’s glaubt, wird selig.

Ja, mit Gottes Hilfe kommt man leichter, zumindest erleichterter durchs Leben. Das darf ich erleben. Und ich glaube, dass Gott darauf wartet, dass noch viele Uelzener und Uelzenerinnen sich auf Ihn besinnen, sich ihm anvertrauen und dabei Ängste und Sorgen loswerden.

Jürgen Trumann
Freie Christengemeinde KRAFTSTROM, Uelzen