Es wird hell!


Wort zum Sonntag, 27.11.2022 (1. Advent)

von Pastorin Iris Junge, Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Marien Uelzen
Iris Junge (Foto: privat)

Schon vor zwei Wochen herrschte auf dem Kirchplatz neben der St.-Marien-Kirche reger Betrieb. Die ersten Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt liefen an. Große Fahrzeuge manövrierten hin und her. Holzbuden und Stände wurden aufgebaut und weihnachtlich dekoriert. Auf dem Kinderkarussell hat das Feuerwehrauto seinen Platz eingenommen.

Eigentlich ist es auf dem Kirchplatz in der kalten Jahreszeit eher still und dunkel. Aber das hat sich seit gestern nun gründlich geändert. Die Adventszeit hat begonnen! Auf dem Weihnachtsmarkt trifft man sich in der Mittagspause bei Currywurst und Pommes und am Abend bei Glühwein und Rumgrog. Im Karussell drehen Kinder bei der „Weihnachtsbäckerei“ ihre Runden und strahlen mit ihren Eltern um die Wette.

In St. Marien erklingen täglich die adventlichen Konzerte und auch vor dem hell beleuchteten Alten Rathaus stimmen Geschichten und Gesang auf Weihnachten ein. Es ist deutlich lebendiger und heller unter uns geworden!

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht.“ (Jesaja 9,1) - Dieser Bibelvers passt irgendwie - sowohl in die Adventszeit als auch in unsere Zeit. Auch wir wandeln durch Finsternisse: Corona, der Krieg in der Ukraine, die Energiekrise, die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Große Schatten legten sich auf uns, die uns den Blick verdunkelten und die Stimmung trübten. Und immer noch tappen wir im Dunkeln, verlieren die Orientierung und leider oft auch den Zusammenhalt. Dabei ist es so wichtig, im Dunkeln beieinander zu bleiben, gemeinsam um richtige Auswege zu ringen und nach ihnen Ausschau zu halten. Letztlich kennt doch keiner den perfekten Weg raus aus der Finsternis. Wir tasten uns alle nur so vor.

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht.“ - Wir tappen noch im Dunkeln, aber wir haben ein Licht vor Augen. Mit Weihnachten ist Licht auf die Welt gekommen, ist uns ein Licht aufgegangen, das uns einen Weg mit leuchtenden Wegweisern weist wie „Mitmenschlichkeit“, „Barm-herzigkeit“, „Frieden“.

In dieser Adventszeit singen wir wieder davon: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“. Wir stoßen Türen auf, gehen aufeinander zu und lassen Licht herein. Wir spenden für „Brot für die Welt“ und beschenken Kinder am „Wünschebaum“.

Wir machen uns auf den Weg Richtung Weihnachten zusammen mit den Menschen auf den Weihnachtsmärkten und in unseren Kirchen. Wie gut, dass wir wieder Orte finden, an denen wir zusammenkommen, miteinander feiern, singen und der Dunkelheit in dieser Welt etwas entgegensetzen können… für uns und für die Menschen, die von der Finsternis besonders betroffen sind.

Ich wünsche uns allen eine gesegnete, helle Advents- und Weihnachtszeit.

Pastorin Iris Junge,
St. Marien Uelzen