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Nächstenliebe in Zeiten von Corona

Wort zum Sonntag, 08.11.2020 (Drittletzter So. im Kirchenjahr)

Nach einem Corona-Sommer mit verhältnismäßig geringen Fallzahlen erleben wir jetzt im Herbst einen besorgniserregenden Anstieg der Infektionen. Darauf musste die Politik mit entsprechenden Maßnahmen reagieren.

„Liebe deine Nächsten wie dich selbst.“ Dieser Satz aus dem Munde Jesu hat in den Zeiten von Corona nichts von seiner Gültigkeit verloren. Nächstenliebe zeigt sich für mich in diesen Tagen besonders dort, wo wir uns gegenseitig darin unterstützen, den gebotenen physischen Abstand zu wahren.

Wenn wir zurzeit im alltäglichen Miteinander aufgerufen sind, mehr Abstand als Nähe zu wählen, dann heißt das aber keineswegs, dass wir die Nähe des Nächsten nicht schätzen. Die gebotene räumliche Distanz zum anderen ändert nichts an der Tatsache, dass er oder sie mein Nächster bleibt. Wenn ich mich physisch vom anderen entferne, werde ich gleichzeitigt versuchen, meine Zuwendung auf andere Art auszudrücken. Dieser Schritt auf einander zu verlangt von mir Fingerspitzengefühl, um zu erkennen, welches Maß an Besorgtheit ich äußere, ohne den anderen zu überfordern oder seine Sorgen und Lasten gar zu vergrößern. Vorsichtig und zurückhaltender ertaste ich, wie mein Nächster die Nöte dieser Zeit auf seine Weise trägt und wie wir darüber ins Gespräch kommen können.

Die Corona-Pandemie hat vielen deutlich gemacht, dass der regelmäßig stattfindende Gottesdienst zum Fundament unserer christlichen Gemeinschaft gehört. Für diejenigen, die nicht kommen konnten oder wollten, haben die Anwesenden stets mitgebetet. Es war und ist tröstlich zu wissen, dass die Daheimgebliebenen es ähnlich gehalten haben. Die Gedanken aneinander und die Gebete füreinander haben uns all die Zeit vermutlich mehr zusammengehalten als alles andere.

Mich tröstet es, in eine solche Gemeinschaft eingebettet zu sein, deren christlicher Gemeinschaftssinn trotz einer Pandemie unzerbrechlich ist. Wo wir es schaffen, dem Nächsten Trost zu spenden, ohne ihm zu nahe zu treten, da wird uns diese christliche Zärtlichkeit auch selber Trost spenden. Denn das Lächeln, das wir gerade in Zeiten von Corona aussenden, kehrt zu uns zurück.

Armin Sauer,
Pastor in St. Petri Uelzen

 

 

Tageslosung

Donnerstag, 21. Oktober 2021
Rut sprach: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.


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