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Ein anderer Advent ...

Wort zum Sonntag, 06.12.2020 (2. Advent)

„Der Andere Advent“, so heißt ein Textkalender aus Hamburg. Seit mehr als 25 Jahren stellt das Redaktionsteam vom Verein „Andere Zeiten“ Worte und Bilder zusammen für jeden Tag vom 1. Advent bis zum 6. Januar, dem Epiphanias- oder Dreikönigsfest. Die Idee: frischer Wind für Traditionen, neue Akzente, spirituelle Impulse im Alltag.

Jetzt ist ein anderer Advent – ganz anders als gewohnt. Und auch wenn viele sonst über die Eile und Termindichte gerade dieser Wochen klagen, wird Liebgewordenes fehlen. Trotzdem ist und wird: Advent. Ankunft. Gott kommt zur Welt, wird Mensch wie wir Menschen, fängt neu und klein mit uns und der Welt an.

Beim Spazierengehen lassen sich Anfänge beobachten: kurze Lichtblicke der Wintersonne. Frisches Grün auf den Feldern. „So seid nun geduldig, Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.“ (Jakobus 5, 7f.). Damit haben einst die jungen christlichen Gemeinden ihre Hoffnung ins Bild gesetzt. Und beim Lesen hat manch einer dazu die Vertonung von Johannes Brahms, „Ein Deutsches Requiem“, im Ohr.

Die Musik fehlt besonders jetzt im Advent. Kultur, die Brücken schlägt zwischen den Zeiten, über die Generationen und Jahrhunderte hinweg, und das Lied von der Menschwerdung singt. Wie gut, wenn sich hier und da Fenster öffnen, geistreich, und die Herzen stärken. In der Zuversicht, die sich nicht in Sekundenschnelle erschöpft. In der Hoffnung, die aus tiefen Quellen schöpft. Weil sie die Ahnung vom Anfang in sich trägt, weit vor unserer Zeit, und glaubt, dass da noch etwas auf uns wartet: geheimnisvoll, ewig.

#hope ist der Titel auf dem Anderen Adventskalender 2020, dazu ein Foto vom Schweizer Matterhorn bei Nacht mit eben dieser Aufschrift. Der Lichtkünstles Gerry Hofstetter projizierte im Frühjahr Botschaften der Hoffnung auf den Viertausender. Das Doppelkreuz # zeigt die Verbundenheit im weltweiten Netz der Menschheit. Hashtag hope – Solidarität über Grenzen hinweg: „Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen.“

Ein Netzwerk der Geduld. Oder jedenfalls derer, die sich darin üben! Vielleicht lassen sich dabei Kostbarkeiten entdecken. Wir könnten das Warten lernen wie eine versehentlich vergessene Kunst. Uns für das Ergebnis interessieren wie für alte Apfelsorten oder andere Früchte, die aus der Zeit gefallen sind. Sie am Jackenärmel blank reiben und uns an ihrem zarten Glänzen freuen in diesem anderen Advent.

Pastorin Stefanie Arnheim,
Suhlendorf

 

Tageslosung

Donnerstag, 21. Oktober 2021
Rut sprach: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.


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