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Weihnachten auf der Müllkippe

Wort zum Sonntag, 13.12.2020 (3. Advent)

Manila, ein Gebiet am Hafen, das Smokey Mountain genannt wird. Menschen stehen am Rande eines großen Müllberges: Plastikflaschen, Papier, kaputtes Spielzeug, Orangenschalen, zerschlissene Schuhe, Knochen. Die Müllsammler, darunter auch Kinder, picken mithilfe von spitzen Metallhaken im Abfall und sortieren die einzelnen Rohstoffe in Säcke. Der Erlös, den sie dafür bekommen werden, reicht meist nur für zwei Mahlzeiten am Tag, weitere Ausgaben etwa für Schulbücher oder Arztbesuche sind kaum möglich.

15 Kilometer entfernt, in einem Stadtviertel der Mittelschicht. Etwa zehn Frauen und Männer sitzen beim Kaffee in einer Kirchengemeinde zusammen und überlegen. Sie gehören zu einer kleinen evangelischen Kirche (United Church of Christ in the Philippines), die mit Christen in Deutschland partnerschaftlich verbunden ist. Die versammelten Filipinos haben eine Vision: Sie wollen nicht nur für sich Gottesdienst feiern, sondern sie wollen auch etwas für andere tun.

Den Slum auf der Müllkippe kennen die Christinnen und Christen aus der Kirchengemeinde vom Vorbeifahren mit dem Bus oder mit dem Auto. Und sie erkennen, dass hier ihre Hilfe am meisten gebraucht wird. So gründen sie eine Vorschule, um den Kindern vom Smokey Mountain einen Einstieg in grundlegende Schulbildung zu ermöglichen. Das Motto lautet nach den Worten von Jesus: „Was ihr für meine geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan“ (Matthäus 25). Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Almosen, sondern darum, diesen Kindern und ihren Familien durch Bildung ein besseres Leben zu ermöglichen. Und auch, die philippinische Gesellschaft auf die unhaltbaren Zustände in den Slums aufmerksam zu machen.

Zu Weihnachten veranstaltet die Kirchengemeinde ein Fest mit den Familien der Kinder: Rund um die kleine Vorschule werden gebrauchte Kleidung und Schuhe sowie Pakete mit Essen und Reis verschenkt. Die Menschen aus der Gemeinde und vom Müllberg spielen gemeinsam lustige Spiele. Der Pastor fragt in seiner Ansprache: „Ist Jesus nicht auch in Armut, in einem zugigen Stall geboren worden?“ Dann singen die Kinder Weihnachtslieder und alle Anwesenden spüren: Trotz aller Probleme, die sich nicht mit einem Mal lösen lassen – selbst auf einer Müllkippe kann es Weihnachten werden.

Vikarin Carolin Luck,
St. Marien Uelzen

 

 

Tageslosung

Donnerstag, 21. Oktober 2021
Rut sprach: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.


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