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Vorfreude

Wort zum Sonntag, 20.12.2020 (4. Advent)

„Endlich …“, denkt sich die kleine Marie, während sie vor ihrem Adventskalender steht, »nun bleiben nur noch die Türchen mit der „2“ vorne«. Schon in ein paar Tagen ist Heiligabend. Marie kribbelt es im Bauch vor lauter Vorfreude auf den leuchtenden Baum, das festliche Essen, und natürlich das Schenken und Beschenkt-werden. Unheimlich lange kamen ihr die letzten Tage vor. Es gibt wohl keine 23 Tage im Jahr, die langsamer vergehen, als die Tage vor Weihnachten. Manchmal hielt sie das Warten kaum aus. Aber sobald der 20. erreicht ist, kennt Maries Vorfreude kein Halten mehr.

Warten … ja das gehört zum Advent dazu wie Nüsse, Spekulatius und Punsch. Alle Jahre wieder beginnen die Menschen den Dezember mit Warten. Dabei wartet man ja auch sonst recht viel in seinem Leben: auf den Schulbus zum Beispiel, oder darauf, das die Eltern einen vom Sport abholen. Aber auch Eltern müssen warten, auf die Geburt ihrer Kinder zum Beispiel und darauf, dass der Nachwuchs mal wieder sein Zimmer aufräumt.

Warten ist Alltag, sei es an der Supermarktkasse oder auf den Postboten, der insbesondere jetzt vor Weihnachten, wieder so viele Päckchen zu tragen hat. Ohne Warten scheint es nicht zu gehen und so hat der Mensch sogar ganze Zimmer zum Warten erfunden, in Arztpraxen oder Behörden zum Beispiel. Und In diesem Jahr hat man ja in besonderer Weise das Gefühl gar nicht mehr aus dem Warten herauszukommen: Denn wer wartet nicht sehnsüchtig auf den Moment, an dem die letzten Tage dieser Pandemie angebrochen sein werden und ein uneingeschränktes Leben wieder in Aussicht ist?

So wie jetzt die letzten Tage des Advents angebrochen sind und das Weihnachtsfest unmittelbar bevorsteht. Eine Zeit in der das Warten und Vorbereiten der letzten Wochen in den Hintergrund tritt und die Vorfreude auf das Fest unsere Herzen immer mehr erfüllt. Jetzt sind die Tage, in denen aus dem „Warten“ ein „Erwarten“ wird. Ein Erwarten, dass Gott selbst Teil dieser Welt wird und zumindest für eine Nacht Frieden auf dieser Welt und in unserem Leben einzieht. Also „freut Euch immerzu!“, wie der Apostel Paulus im Philipperbrief schreibt, „freut Euch“ wie die kleine Marie, freut Euch als wäre die Pandemie bald zu Ende, denn auch sie wird zu Ende gehen. „Freut Euch“ wie ein kleines Kind, denn nun wird es Weihnachten!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Liebsten ein gesegnetes und fröhliches Weihnachtsfest.

Pastor Johannes Luck
Gesamtkirchengemeinde Bevensen-Medingen

Weitere Informationen auf meinem Blog: www.glaubensbriefe.de
 

 

Tageslosung

Donnerstag, 21. Oktober 2021
Rut sprach: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.


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