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Ruhe in unsicherer Zeit

Wort zum Sonntag, 18.04.2021 (2. So. n. Ostern)

Jetzt, wenn Narzissengelb und Tulpenrot wieder das Lied vom Frühling singen und das erste Storchenschnabel-Klappern erklingt, zieht es mich wie viele andere Menschen wieder raus in die Natur! Egal, wo man auch hinschaut, regt sich jetzt das Leben, das man nach diesem langen Corona-Winter am liebsten tief einsaugen und nie wieder loslassen würde. Also, Schuhe geschnürt und dann nichts wie los zum Laufen in den aufgrünenden Medinger Wald!

„An so vielen Stellen beeinflusst die Pandemie unser Leben“, geht es mir durch den Kopf, während ich meine Füße über die Wurzeln des Waldbodens hebe, „aber hier im Wald wirkt die Welt ganz unberührt von der großen Krise, die unsere Welt zurzeit in Atem hält.“

Vertraut sind mir die Wege, anders als manches andere in meinem Leben, das gerade von aktuellen Inzidenzzahlen und politischen Entscheidungen abhängig ist. Als ich um die nächste Kurve biege, schaue ich in vertraute Gesichter. Klare, geöffnete Augen sehen mich aus hübschen, schwarz befellten Köpfen an. Es sind Heidschnucken, die hier im Ufergebiet der Ilmenau weiden und mich mit einem lauten „Mähhh“ begrüßen. Und nicht nur sie beobachten mich genau, sondern auch die beiden Hütehunde. Ein verlässliches Leben haben diese Heidschnucken, denke ich, weit weg von irgendwelchen Auswirkungen einer Pandemie und zugleich gut beschützt durch die Hunde, die verlässlich an ihrer Seite über sie wachen.

Ein bisschen sehnsüchtig mache ich mich dann auf den letzten Abschnitt meines Weges. Könnte sich diese Ruhe, die die Heidschnucken ausstrahlen, doch auch auf mein Leben übertragen! Diese Ruhe, die man wahrscheinlich nur haben kann, wenn man sich so gut behütet fühlt, wie die Tiere auf dieser Weide. Ich laufe weiter, schaue der fließenden Ilmenau hinterher und entdecke schließlich den freundlich grüßenden Turm der Klosterkirche Medingen. Warm durchströmt mich der Klang der Glocken des gerade beginnenden Abendgeläuts und beruhigt meinen vom Lauf noch kräftig schlagenden Puls. Ich bleibe stehen und betrachte den Kirchturm, der inmitten aufblühender Bäume mit seiner läutenden Glocke auch in mir etwas zum Klingen bringt. „Gott ist da“, ruft die Glocke mit ruhigem Ton – jeden Tag, seitdem diese Kirche hier steht. Auf mich hat das eine beruhigende Wirkung, wie das Bellen der Hütehunde auf die Heidschnucken.

„Gott ist da, auf ihn kann ich mich verlassen, egal, was um mich herum passiert!“ Wenn das nicht eine gute Nachricht ist.

Pastor Johannes Luck
Ev.-luth. Gesamtkirchengemeinde Bevensen-Medingen

 

Tageslosung

Donnerstag, 21. Oktober 2021
Rut sprach: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.


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