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Jubeln in schwierigen Zeiten

Wort zum Sonntag, 25.04.2021 (3. So. n. Ostern)

Der kommende Sonntag heißt „Jubilate“. Jubiliert! Füllt die Lungen und lasst Jubelrufe und freudige Gesänge hören! – In der jetzigen Zeit steht kaum etwas so im Kontrast zur allgemeinen Befindlichkeit wie dieser Aufruf. Auf das gemeinsame Singen muss seit über einem Jahr verzichtet werden. Aersole bei lautstarken Jubelrufen dürften kaum weniger riskant sein. Die Corona-Müdigkeit liegt mit depressivem Grundton wie Mehltau über dem Land. Viele Menschen sind am Ende ihrer Kräfte. Die Sehnsucht nach normalem Leben ist groß: ein unbeschwerter Besuch im Kino oder im Restaurant … Wie schön wäre ein Gang durch die Geschäfte ohne Mund- und Nasenschutz? Wann sind Treffen mit Menschen auf engstem Raum wieder möglich?

Der Name des Sonntags stammt aus dem Psalm 66: „Jauchzet Gott, alle Länder! Singt zur Ehre seines Namens, macht herrlich sein Lob!“

In diesem Psalm erkennt man schnell, dass biblisches Jubilieren nichts von aufgesetzter Fröhlichkeit hat, mit der man den Trübsinn durch überdrehten Rabatz verscheucht. „Sprecht zu Gott: Wie furchterregend sind deine Werke“, heißt es in Psalm 66, 3 nach der Zürcher Übersetzung. – Bei Gott bekommt man es nicht nur mit Wunderbarem und Schönem zu tun, sondern auch mit Seiten des Lebens, die uns Ehrfürchtiges empfinden lassen.

Eine Pandemie wie die gegenwärtige zu erfahren, kann ehrfürchtig stimmen. Denn in dieser Situation erfahren wir die Verletzlichkeit unseres Lebens direkt. Die gesicherte Normalität unseres bisherigen gesellschaftlichen Lebens erscheint in ihrer Zerbrechlichkeit wirklich als etwas Wunderbares. Psalm 66 lehrt das Jubeln und Loben im verletzlichen und beschädigten Leben. An Gott als dem Horizont unserer Hoffnung halten diese Zeilen fest im Ungewissen und Bedrückenden. Sie stimmen hoffnungsvolle Töne an, wenn man die Angst in den Knochen spürt. Denn sie lenken den Blick auf das Rettende und Hoffnungsvolle. Es lässt uns spüren, dass Gott seine Güte nicht abgewendet hat.

Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir nun über mehrere Impfstoffe verfügen und eine große Impfkampagne erleben bei allen Schwierigkeiten? Gründe zum Klagen und zum Meckern lassen sich immer finden. Sie machen nicht froh, sondern ziehen herunter. Mitten im verletzlichen Leben einen Grund zum Loben und zum Jubeln entdecken – das erfüllt mit Kraft und Geduld zum Weitermachen.

Pastor Martin Hinrichs,
Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen

 

 

Tageslosung

Donnerstag, 13. Mai 2021
Christi Himmelfahrt
Ich will die Zerstreuten sammeln und will sie zu Lob und Ehren bringen in allen Landen, wo man sie verachtet.
Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein.


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