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Dankbarkeit

Wort zum Sonntag, 05.09.2021 (14. So. n. Trinitatis)

Liebe Leserinnen und Leser, ich darf in diesen Tagen meine silberne Hochzeit feiern. 25 Jahre gemeinsames Leben mit meiner Frau und den Kindern, die nach und nach zu uns gekommen sind. 25 Jahre gemeinsames Leben mit Höhen und Tiefen, mit Schönem und Schwerem, wofür ich dankbar bin. – Jubiläen verleihen dem Alltäglichen etwas Besonderes. Wofür sind Sie dankbar, liebe Leserin, lieber Leser? Hat Ihnen auch ein Jubiläum geholfen, sich das vor Augen zu führen?

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ – So lautet der Wochenspruch aus Psalm 103 für den kommenden Sonntag. Auf mich wirkt das so ähnlich wie ein Jubiläum. Der Spruch erinnert mich daran, mein Leben einmal von außen anzusehen. Was lebst du da eigentlich gerade? Und wofür kannst du dankbar sein?

Das Gute nicht zu vergessen, es sich vor Augen zu führen, fällt am Ende der Ferien und des Sommers meist nicht schwer. Helle Tage, eine Reise, einige Tage zusammen mit Familie und Freunden, Bewegung, frische Luft, vielleicht ein neues Gefühl für den eigenen Körper – manches davon haben Sie vielleicht erleben und genießen können. Das Leben fühlt sich leichter an, frei und nach oben offen, als ob es da Räume gibt, die wir sonst nicht betreten. Dafür zu danken, fällt leicht: „Danke, Gott, dass du mir das Gute schenkst, dass es diese Menschen und Möglichkeiten gibt, die mein Leben reich machen und die mir wieder Kraft und Zuversicht schenken.“

Wenn ich größere Zeiträume ansehe – zum Beispiel 25 Jahre, wird schnell klar: das Leben besteht nicht nur aus Sommerferien. Da gibt es neben dem Schönen auch Schweres, neben dem Gelösten auch Ungelöstes. Trotzdem kann ich danken. Ich kann Gott dafür danken, dass er neben dem Schwierigen auch unerwartete Hilfe geschenkt hat: Menschen, die ich nicht kannte; Fähigkeiten, von denen ich nicht glaubte, sie zu haben; Ereignisse, die ich nicht voraussah. So hilft mir Gott, auch mit diesen Schwierigkeiten umzugehen. So kann Schweres leichter werden.

Deshalb danke ich Gott für das Leben, dafür, dass ich mich darauf verlassen kann: Er geht mit. Durch Schönes und Schweres, durch Lockeres, Leichtes und Ungelöstes ... und das auch für die nächsten 25 Jahre, sofern uns das geschenkt wird. 

Michael Fendler
Schulpastor (BBS I)

 

Tageslosung

Donnerstag, 21. Oktober 2021
Rut sprach: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.


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