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Startseite Wort zum Sonntag „Sorgt euch nicht!“

„Sorgt euch nicht!“

Wort zum Sonntag, 12.09.2021 (15. So. n. Trinitatis)

Sie nagen. Sie entlocken mir Tränen. Sie schmerzen. Sie sorgen dafür, dass ich nachts nicht wohlig in Morpheus’ Armen versinke. Oder Sie machen es schwer, die simpelsten Dinge zu tun. Die lieben Sorgen.

Zugegeben, als ich den Wochenspruch las, ertönte eine schrille Stimme in meinem Kopf: „Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon wieder da!“ Es gibt Tage, die sorgenreicher sind als andere. Sogar Zeiten, wie die jetzigen, gesamtgesellschaftlich oder im Kleinen. Sorgen um die Gesundheit oder um das persönliche Umfeld sind bei Manchen stets virulent. Sorgen um das Arbeitspensum.

Ich will das Sorgen gar nicht schlecht machen. Keineswegs. Sich Sorgen ist auch gut. Man lernt sich besser kennen. Die verborgenen Sehnsüchte. Das eigene Verantwortungsgefühl. Vieles drängt an die Oberfläche. Gedachtes. Unausgesprochenes. Sich sorgen hat auch ein existentielles Momentum. Manche Sorgen sind zu groß. Sie weichen nicht wie ein großer Berg. Doch manche sind einfach nur überflüssig. Differenzieren muss man auch.

Vielleicht kann der Wochenspruch aus dem 1. Petrusbrief eine kleine Sorgen-Schule sein. „All eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ (1. Petrus 5,7). Welche Sorgen sind mir wichtiger als andere? Was gibt es für Lösungen?

Manchmal versuche ich diesen Satz aus dem Neuen Testament ganz „wörtlich“ zu nehmen. Im Gebet einfach mal alles rauslassen, was mich sorgt. Etwas auskotzen. Mit den Worten, die ich gerade brauche. Ich glaube, Gott stört das nicht. Ganz im Gegenteil. Ich darf Gott auch anschreien. Es tut schon gut, etwas auszusprechen. Ehrlich. Vertrauensvoll. Schonungslos. Einen heilsamen Abstand gewinnen von dem, was mich umtreibt.

In diesen Momenten spüre ich manchmal zweierlei. Meine eigene Bedürftigkeit. Und mein Eingebundensein. Ganz bruchstückhaft und verletzlich. Das Eingebundensein in Gottes Wirken. Nicht allein zu sein mit meinen Sorgen. Sein Hören. Ein gemeinsamer Raum. Sich ein bisschen freier fühlen. Mit dem Blick weg von mir und hin zu IHM. Eine Fürsorge, die neu ins Leben zieht.

Pastor Niklas Schilling,
Kirchengemeinde Rosche,
Oetzen (Kirchengemeinde Molzen),
Stöcken (Kirchengemeinde Rätzlingen)

 

 

Tageslosung

Donnerstag, 21. Oktober 2021
Rut sprach: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.


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