Laute und klassische Gitarre sind so nahe Verwandte, dass sie kaum miteinander sprechen. Die Laute nimmt der Gitarre krumm, dass sie sich einen kräftigen Anteil ihres Konzertrepertoires aus alter Lautenzeit entliehen und natürlich nicht zurückgegeben hat. Die Gitarre wiederum wirft der Laute vor, im historischen Saft zu schmoren, keine Neugier auf neue Musik entwickelt zu haben, und vor lauter Ehrfurcht vor verstaubten Traktaten aus der Zeit gefallen und nahezu erstarrt zu sein.
Am Sonntag, den 23. August um 18 Uhr gehen Jörgen Brilling (Gitarre) und Ulf Dressler (Laute) nun jeweils einen Schritt aufeinander zu. Das sind dann zwei - Doppio Passo. Unter dem Titel „Musik der Renaissance“ entstauben sie ihre Instrumente von diesen Eifersüchteleien, den Vorurteilen und Kränkungen und berufen sich einzig und allein auf die Musik, die sie als gemeinsame Schnittmenge für sich und ihr Publikum gefunden und zur Präsentation ausgesucht haben. Höhepunkte dieser Entdeckungsreise sind zweifellos ein Vivaldi-Duo, dessen Melodie von der Gitarre und die Begleitung von der Laute übernommen wird, Cembalosonaten von Domenico Scarlatti für zwei Instrumente eingerichtet und die bekannte Bach-Suite BWV 998 in Es-Dur, deren vielschichtige Transparenz durch die Stimmaufteilung deutlich erhöht wird, ohne dafür ein Glas Wein zu benötigen, der ganz zufällig auf den gleichen Namen wie das Duo hört.
Der Eintritt ist frei.
Im Anschluss an das Konzert lädt die Kirchengemeinde dann zu einem kühlen Glas wein ein.